erlöst – vergnügt – befreit             mal kritisch – mal blauäugig – mal vergeekt

Hey Leute, ich habe eine Woche Urlaub und hatte die Idee, mal nicht groß wegzufahren, sondern stattdessen günstig zu wohnen und dafür mit ein paar anderen Techies coole Dinge zu tun.
Ich spiele seit einigen Monaten mit dem Gedanken, einen 3D-Drucker zu bauen und die freie Woche wäre eine Gelegenheit dazu.
Weil ich das nicht alleine machen möchte, lade ich euch herzlich ein mitzubauen (an einem eigenen Bausatz oder an meinem) oder andere spannende Dinge im selben Raum zu tun.

Die Idee in etwas konkreter:

  • 3-5 Tage in der 35. Woche 2017
  • Location: Jugendherberge oder billiges Ferienhaus/Hotel
  • Kosten: Hängt von der Unterbringungsart ab
  • Internetzugang wird vorhanden sein
  • Tische, Stühle, Werkzeugkiste sind ebenfalls vorhanden
  • Baumarkt in erreichbarer Nähe
  • mögliche Projekte: 3D-Drucker, Experimentieren mit VR*, Lichtsteuerung mit dem Raspberry Pi, Videokonferenzserver aufsetzen**, und alles was euch sonst einfällt!

Der Projektvielfalt sind kein Grenzen gesetzt. Wenn ihr lieber an einem Quadrocopter rumschrauben, ein RC-Modell bauen, oder eure neue Stickmaschine ausprobieren möchtet oder euren ersten eigenen Pullover stricken wollt – ihr seid herzlich willkommen! Der 3D-Drucker*** ist gesetzt, alles andere ist euch überlassen.

Interesse? Meldet euch einfach!

 

Edit: Da ich mich nicht beherrschen konnte, ist der 3D-Drucker nun doch schon zusammengebaut. Beim Nerdurlaub wird dann an Verbesserungen und Ausbauten gefeilt und ich helfe gern jedem, der auch einen Bausatz mitbringt. 😉

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* Ich könnte eine Brille und eine Gear360-Kamera mitbringen.
** Das sind meine Projekte der letzten Zeit, die ich mindestens angefangen habe…
*** Es wird vermutlich ein Anet A6 Bausatz sein. Es ist ein Anet A6 geworden.

On ECIC some people asks me, how do I get subtitles in my videos on YouTube and Facebook. This post is for them, therefor it iswritten in a hurry and in english (but please excuse my [hopefully not too] bad english).

There are two cases: If I have the text of the speech in the video (not unusual, because my bosses love my teleprompter), it is easy. If not, it is a bit more work.

First I upload the video to YouTube, because it offers the posibility to make subtitles automatically. They are not really good every time, but they’re a base for further work.

When you’ve uploaded a video just wait a few minutes and then click on the Link to subtitles in the edit section of the video. After a click on that, you select the language of the video, and there you find the automatically generated subtitle (in my case „Deutsch – automatically“).  Click on that (and than on „Edit“) and edit and correct it as you like.

Now save your work and go back to the subtitles. After a click on your own Version of the subtitles you can now download the subtitles in the menu „Actions“. Download the .srt. Now rename it: SomeCoolTitle_yourLanguage-Code (i.e. CoolVideo.de_DE.srt). Now you have your Subtitles in a format that Facebook is able to read.

When you now upload the video to Facebook and add the subtitles in the Subtitle-Tab.

Btw: The .srt-File is a common Text-File, so you can edit it easyly by hand, if you want to change something.

In the other case (you have a script for the spoken words) you go to „Add subtitle“ and upload your text as a txt-File. After Autosyncing by YouTube you can improve and download it as in the first case.

 

Endlich komme ich dazu euch wie versprochen mein Setup fürs Livestreaming zu zeigen. Seit dem letzten Blogartikel ist einiges dazu gekommen: HD-Webcam, DSLM-Kamera, HDMI2USB-Konverter, Mischpult, Mikrofone und einiges Wissen.

Im letzten Artikel ging es um möglichst günstiges Livestreaming, jetzt geht es um etwas mehr Qualität. Die beste Kamera, die ich in meinem Fundus habe ist die Lumix G70, die über einen Micro-HDMI-Ausgang verfügt.* Dieser Ausgang wird mittels Adapter auf normales HDMI gebracht und mit einem 10m-Kabel zum PC gebracht. Wenn 10m nicht reichen, benutze ich einen HDMI-Extender (mit entsprechendem LAN-Kabel).

Um das HDMI-Signal in den Laptop zu bekommen, braucht man einen weiteren Adapter (findet man in diversen Shops unter den Suchbegriffen HDMI-Capture-Card, HDMI2USB oder auch GameCapture-Dongle). Ich habe mich für einen Magewell XI100DUSB-HDMI entschieden, weil er mit den drei großen Betriebssystemen zusammenarbeitet (und ich es so auch bedenkenlos an Gemeinden verleihen kann). Das deutlich günstigere Elgato Game Capture HD hatte ich schon erfolgreich mit Windows im Einsatz. Für OS X empfiehlt @staude das AVerMedia – GL310 LGP Lite via syphoon (was immer Letzteres auch heißt).

Als Ausweichkamera (manchmal spinnt der Adapter oder der Treiber) nutze ich die Webcam Logitech C920, die zwar lange nicht an eine DSLR/DSLM heran kommt, aber immerhin Full-HD ausgibt und bei gutem Licht auch gute Ergebnisse bringt. Ich verlängere das angebrachte USB-Kabel mit einer aktiven USB-Verlängerung auf etwas mehr als 10m.

Streamingkram beim Social Media Gottesdienst

Mit dem Ton war ich nach den ersten Streamingversuchen so unzufrieden, dass ich mir gleich eine größere Lösung angeschafft habe: Ein USB-Mischpult (Behringer Xenyx Q1202 USB). Damit kann ich bei größeren Streams, wie etwa Social Media Gottesdiensten, mehrere Mikrofone und das Signal einer Band in den Stream einspeisen. (Bei einer kleineren Veranstaltung würde ich vermutlich einfach nur mein Zoom H2N per USB anschließen.) Der USB-Anschluss des Mischpultes befreit mich von der Last, den schlechten Vorverstärker im Mikrofoneingang meines Laptops benutzen zu müssen und gibt mir über den Kopfhörerausgang eine Rückmeldung, wie der Ton bei den Zuschauern ankommt. Dafür habe ich mir einen geschlossenen Kopfhörer gekauft, um nicht vom „Originalton“ im Raum gestört zu werden. Als Mikrofon für Vorträge habe ich mir ein billiges Grenzflächenmikrofon besorgt (Superlux E303), das flach auf dem Rednerpult liegen kann und nicht weiter stört. Funfact: Bei noch nicht fertig eingerichteten Profilen für Veranstaltungen vergesse ich leider öfters, das Mischpult als Tonquelle in die einzelnen Szenen in OBS einzubinden.

Früher Versuch einer Bauchbinde.

Je länger ich OBS als Streamingsoftware nutze, desto mehr schätze ich es. (Für den Start in OBS sucht euch ein Einführungsvideo oder schaut euch meins an.) Nach den ersten Fehlversuchen habe ich endlich Einstellungen gefunden, die auch bei etwas schmalbandigerem Internet funktionieren.  Ich streame gewöhnlich mit einer Auflösung von 1280×720 bei einer Bitrate von 800. Das benötigt um die 1 MBit/s Upstream. Mit der Bitrate gehe ich bei Bedarf noch etwas runter, wenn es sein muss. Wenn die Verbindungsgeschwindigkeit stark schwankt, setze ich die Puffergröße etwas herauf.

Im Stream nutze ich gerne die Möglichkeit transparente PNG-Bilder mit Text zu kombinieren. So kann man Bauchbinden schnell an neue Sprecher anpassen. Die Bildfunktion nutze ich auch für Vor- und Abspann. Hier sollte man sich vorher überlegen, ob noch der Ton zu hören sein sollte oder nicht. Will man schon mal Werbung für die Facebookseite während der Ausgangsmusik eines Gottesdienstes machen, sollte man den Ton tunlichst mit in die Abspannszene einbauen. Ist es dagegen die Szene, die beim Abbauen läuft, sollte der Ton ausgeschaltet sein, um unnötiges öffentliches Fluchen zu vermeiden. 😉

Screenshot aus dem Stream mit eingeblendeter SocialWall per Browser-Plugin. (Gnihihi, ich habe ein Stealth-Tablet in der Hand 😉 )

Für Veranstaltungen mit Social Media Wall nutze ich das Plugin für Websites, um die Wall direkt über das Kamerabild zu legen. Leider gibt es diese Funktion ohne Umweg nur in Windows und OS X. Dazu stelle ich die Größe der Anzeige auf 800x300px (bei gestreamten 1280x720p), und wenn die Wall responsiv ist, läuft dann alles so, wie es sein soll.

Vielleicht interessant:

  • Die Verbindung zur G70 über HDMI/USB reißt manchmal recht schnell nach dem Start ab und das Bild hängt. Die Lösung: Einmal USB und HDMI vom Dongle abziehen, neu einstecken und dann die entsprechende Video-Quelle löschen und neu anlegen.
  • Der Studiomodus ist hervorragend, wenn man noch während der Übertragung Szenen zusammenbauen muss. Die linke Seite ist bearbeitbar, die rechte Seite ist Live.
  • Wenn ihr via YouTube streamt, seid vorsichtig mit Tests vorab, denn es könnte eure Stream-Video-URL ändern.
    • YouTube erlaubt einen Livechat. Man kann ihn gezielt neben anderen Kanälen (z.B. als Kanal für technische Probleme beim Stream außerhalb einer SocialWall) einsetzen oder als einzigen Rückkanal. Je nach Einsatz sollte man bei den Einstellungen darauf achten, wie groß die mögliche Verzögerung des Streams bei den Zuschauern ist, denn Kommentare zu minutenalten Aussagen sind seltsam 🙂 .
  • mit der Quelle „Fensteraufnahme“ in OBS kann man auch einige interessante Dinge machen. Beim SocialGoDi diskutierte ich mit @Neumedier z.B. über eine WhatsApp-Wall statt SocialWall (die auf diese Weise recht einfach realisiert werden könnte). Wenn Teile von Fenstern unerwünscht sind, können sie (zumindest am Rand) aus dem sichtbaren Bereich herausgeschoben werden.
  • Wenn ihr auf gleich mehreren Plattformen streamen wollt (z.B. auf YouTube, damit man ohne Anmeldung zuschauen kann und Facebook, weil dort euer Hauptkanal ist), dann solltet ihr euch mal restream.io anschauen.
  • Nicht nur live ist OBS ein Knaller, auch für Aufzeichnungen von Vorträgen mit PowerPoint/Impress/Prezi/…-Präsentationen eignet es sich gut. Wenn ihr ein HDMI-Capture ohne HDMI-Ausgang(!) habt, könnte ein HDMI-Splitter hilfreich sein (zum Glück weit günstiger als das Capture-Gerät zu haben).

Und jetzt bin ich gespannt auf eure Einsatzgebiete, Tipps und Tricks! 🙂

– – –

*Manche DSLRs/DSLMs können auch über USB ein Livebild ausgeben, die Lumix-Kameras a.f.a.i.k. derzeit leider nicht…

Nachträglicher Screenshot der Social Media Wall (die Gottesdienstgemeinde wurde gerade um Fürbitten gebeten)

Nicht weniger als sechs IKEA-Boxen mit Technik, drei Kabeltaschen, fünf Computer und zwei Smartphones waren beim ersten Social Media Gottesdienst in Lippe hinter den Kulissen im Einsatz. Ich wollte möglichst viele Möglichkeiten der Beteiligung schaffen und so war die technische Seite des Gottesdienstes recht aufwändig. Letztlich ist aber auch eine deutliche Vereinfachung möglich. 🙂

Der getriebene Aufwand lag am Beteiligungskonzept des Gottesdienstes. Der Gottesdienst wurde über YouTube live gestreamt. Unser Team sorgte außerdem dafür, dass auch Menschen ohne Livestream mitbekamen, worum es gerade beim Gottesdienst gerade ging (Liturgie und Inhalte in jeweils 140 Zeichen). Diese Beiträge landeten auf einer Social Media Wall, die über einen Beamer im Gottesdienstraum sichtbar war. Das wäre allerdings recht witzlos gewesen (die Gottesdienstbesucher in der Kirche waren ohnehin anwesend), wenn nicht noch andere Inhalte dort gelandet wären.

Die Online und Offline-Besucher hatten an drei Stellen die Möglichkeit sich zu beteiligen und so auf der Wall zu landen: Erfahrungen zum Gottesdienstthema äußern, Fragen zur Predigt stellen und Fürbitten einbringen. Dazu konnte auch jederzeit kommentiert werden bzw. wichtige Gedanken wiederholt werden (und an die Außenwelt gesendet werden). Die Wall war natürlich nicht nur in der Kirche sichtbar, sondern auch über eine Website abrufbar. Die Beträge auf der Wand wurden dann wieder vom Liturg/Prediger aufgenommen bzw. beantwortet.

Somit wurde nicht nur – wie bei einem Fernsehgottesdienst – der Gottesdienstraum erweitert, sondern auch eine Beteiligung über physische Grenzen hinweg ermöglicht. Die Bayrische Landeskirche hält in ähnlichem Stil für einige Fernsehgottesdienste ein Social Media Desk bereit. (Wer mehr zum Warum einer solchen Gottesdienstform lesen möchte, sollte sich diesen Artikel anschauen.)

Um mit ihren Beiträgen auf die Wall zu kommen, konnten die Gottesdienstbesucher in sechs verschiedenen Netzwerke: Twitter, Instagram, Google+, Facebook, WhatsApp und Snapchat posten. Die ersten drei der Netzwerke waren problemlos über einen Hashtag auf der Wall verfügbar. Auf Facebook musste man in die Diskussion des Facebook-Events posten und landete ebenfalls automatisiert auf der Wall. Etwas kniffeliger waren die WhatsApp und Snapchat für uns. Meine Überlegung sie trotzdem mit in den Reigen der Beteiligungsmöglichkeiten einzuschließen, war die riesige Verbreitung von WhatsApp und der spezielle Jugendfokus von Snapchat.

Da beide Messenger keine offene Programmierschnittstelle zur Verfügung stellen, mussten wir die Nachrichten händisch umleiten. WhatsApp machte es uns über sein Browserinterface (web.whatsapp.com) sehr einfach. Also einfach eine PrePaid-Karte kaufen, in ein Smartphone stecken, und die Nummer an die Gottesdienstbesucher herausgeben. Die Arbeit im Gottesdienst ist eigentlich trivial: Nachricht in dem einem Browsertab sehen, kopieren und dann in Google+ in einem anderen Browsertab reinkopieren (Hashtag nicht vergessen!). Selbst Bilder konnten einfach heruntergeladen und neu gepostet werden. (Leider waren die Konfis beim ersten SocialGoDi nicht wirklich konzentriert und ich hatte zu wenig Zeit für die Einweisung.)

Snapchat machte mir etwas Sorgen und ich habe mit diversen virtuellen Maschinen experimentiert, was leider aus verschiedenen Gründen nicht zum Erfolg führte. Schließlich gab ich entnervt auf und fand eine andere Lösung: Die Gottesdienstbesucher schreiben ihren Beitrag per Nachricht an einen bestimmten Snapchat-Account, der für den Gottesdienst eingerichtet wurde. Ein Mitarbeiter sieht die Nachricht auf seinem Telefon, macht einen Screenshot davon und postet es auf Instagram (wieder: Hastag nicht vergessen).

Zu diesem Zweck habe ich jeweils G+ und Instagram-Accounts mit dem Namen GoDiBesucher erstellt, damit auf der Wall erkennbar war, dass dort keine Einzelperson schreibt.

Netzwerkstruktur

Als Social Media Wall kam walls.io zum Einsatz. Dort bekam ich dankenswerterweise einen Sponsored Account, was eine Menge Budget eingespart hat. Walls.io ist echt eine eierlegende Wollmilchsau, was Netzwerke angeht und die Filtermöglichkeiten sind für einen Gottesdienst sehr gut, falls Spammer o.ä. darauf aufmerkam werden. Und durch verschiedene Themes kann man sogar eine Einbindung in den Livestream machen (das Grid-Theme eignet sich zum Beispiel dafür, Blogeintrag folgt).

Der Livestream wurde mit der landeskircheneigenen DSLM-Kamera, einer Webcam für den (real eingetretenen) Notfall und der Software OBS realisiert. Die Wall wurde über ein Web-Plugin in schmaler Breite eingebunden. (Die ersten Gehversuche zum Livestreaming habe ich hier beschrieben, zum jetzigen Livestreaming-Setup blogge ich demnächst  habe ich diesen Blogpost geschrieben.) Der Ton kam via USB-Mischpult von einem Grenzflächenmikrofon auf dem Abendmahlstisch und einer Klinke-DI-Box-XLR-Verbindung vom Mischpult der Band.

Das Internet für die Gottesdienstbesucher wurde über einen Freifunk-Router zur Verfügung gestellt.

Dazu kam noch ein wenig Beleuchtung, weil die Kirche viel zu dunkel zum Streamen war und so blieben wir knapp unterhalb der Leistungsgrenze des Stromnetzes.

Erfahrungen:

  • Vorher sollte in der Kirche geklärt werden, wo was stehen kann. Eine Besichtigung bei unbekannten Kirchen ist ratsam, da einige Kirchen recht verwinkelt sind und keine gute Sicht auf die Social Media Wall gewährleistet ist. Da walls.io als Website ausgegeben wird, ist ein zweites Beamer-Leinwand-Gespann an anderer Stelle kein Problem.
  • Der Internetanschluss ist das A und O. Ohne ihn läuft nichts. Will man mit 720p streamen, braucht man etwa 1 MBit/s Upload (vorsicht, alte DSL-Anschlüsse haben das nicht, oder kratzen nur so gerade daran! Probiert es mit einem Speedtest aus und denkt an den anderen Traffik, der ggfs. über diese Leitung gehen muss.) Ob das Internet aus der Wand oder der Luft kommt, ist egal, doch ist letzteres störanfälliger. Ein großer LKW in Richtung Funkmast kann da gern alles zusammenbrechen lassen. Außerdem kann es sein, dass man den Router bzw. die Antenne in einiger Entfernung von der Kirche aufstellen muss, um gutes Netz zu bekommen.
  • Man muss große Sorgfalt auf die Formulierung der Mitmach-Aufforderung legen, da es ein ungewohntes Element im Gottesdienst ist, es braucht genaue Ansagen, wie die Fragestellung etc. ist. Eine Einweisung in die genutzten Kanäle vor dem Gottesdienst ist ebenfalls nicht verkehrt (ggfs. auch Zettel, wenn es kompliziert ist).
  • Aufführungslizenzen sind wichtig. Die GEMA erteilte mir die Auskunft, dass ihre Werke die im Gottesdienst aufgeführt wurden, vom Pauschalvertrag der EKD abgedeckt sind. Nach der Veröffentlichung der Aufzeichnung habe ich noch nicht gefragt. Dummerweise (auf der anderen Seite ist es aber das größte Glück für Kreative) ist die GEMA nicht mehr Monopolist in Sachen Aufführungsrechte, so dass man zusätzlich schauen/anfragen muss, wo die Rechte liegen und ob es eine Zustimmung ggfs. gegen Gebühren gibt.

Vereinfachungsmöglichkeiten

  • Wenn man bestimme Netzwerke weglässt wird es einfacher. Besonders Snapchat und WhatsApp machen Arbeit – FB, Instagram, G+ und Twitter laufen einfach so in die Wall (was aber natürlich vorbereitet werden muss).
  • Der Livestream muss nicht mit einem so großen Aufwand geschehen. Im Zweifelsfall reicht auch ein Handy mit externem Mikrofon und einer Streaming-App (Bambuser etwa kann auch mit geringen Bandbreiten umgehen [hat aber leider den Nachteil, dass man nicht kostenlos in HD streamen kann].)
  • Die Liturgie nach außen zu twittern hat natürlich nur Sinn, wenn es auch Leute draußen gibt – es ist ja auch denkbar die Social Media nur zu nutzen, um intern im Gottesdienstraum zu kommunizieren. In manchen Gegenden, in denen es durchgehen Breitbandanschlüsse gibt (und es somit eine Möglichkeit gibt den Livestream zu sehen), kann ebenfalls darauf verzichtet werden.
  • Die Vereinfachung kann man natürlich bis zu einem normalen Gottesdienst treiben, in dem einfach Fürbitten per WhatsApp an das Smartphone des/der Pfarrers/Pfarrerin geschickt werden, selbst das dürfte eine bahnbrechende Neuerung für die meisten Gemeinden sein.

PS: Der nächste Gottesdienst dieser Art findet übrigens am 9.4.17 um 11 Uhr in Detmold statt: http://www.evangelippisch.de/2017/04/03/social-media-gottesdienst-leiden-leiden-leidenschaft-unsere-kraft/

In Kirchengemeinden fallen massenweise personenbezogene Daten an. Laut dem Datenschutzgesetz unterliegen solche Daten einem besonderen Schutz und Kirchengemeinden müssen dafür sorgen, das dieser Schutz gewährleistet ist. Leichter gesagt als getan, in Zeiten von E-Mails, offenen W-Lans und leider viel zu wenig KnowHow auf dem technischen Gebiet.

Viele Gemeinden verschicken sensible und hochsensible Daten per E-Mail. In manchen Fällen sind diese nicht einmal auf dem Transportweg verschlüsselt (was ja glücklicherweise vor einiger Zeit von fast allen deutschen Providern unterbunden wurde). Doch selbst wenn die Transportwege verschlüsselt sind, landen dann etwa Kirchenvorstandsprotokolle auf ausländischen Servern, die sich einen Dreck um das deutsche Datenschutzrecht scheren und noch nie etwas vom Datenschutzgesetz der EKD gehört haben. Die landeskirchlich propagierte Version „E-Mail mit verschlüsselten ZIP-Containern“ finde ich unpraktikabel (und durch das Passwortteilen empfinde ich das als unsauber bis unsicher gelöst).

Um aus diesen vielen Unwägbarkeiten herauszukommen und das Leben etwas praktischer zu machen, habe ich mich das letzte Jahr in mehreren Anläufen darum gekümmert, wie ich es hinkriege, dass meine Gemeinde (datenschutzkonform) eine Cloud nutzen kann – und zwar nicht nur mit geteilten Dateien, sondern auch mit Kalendern, Aufgaben und Kontakten.

Am Anfang stand der Wunsch eines Kirchenältesten (übrigens jenseits der 70), ein Intranet ähnlich wie in Westfalen zu haben („Die wollten uns nicht in KIWI reinlassen, dann müssen wir halt was eigenes machen.“).

Zum Technischen: Kalender, Aufgaben, Adressen und Dateien lassen sich wunderbar mit Owncloud (oder auch NextCloud) teilen. Einen Provider in Deutschland (einfacher mit dem Datenschutzrecht zu vereinbaren) zu finden ist nicht schwer. Selbst der Dienstleister evangelischer Kirchen „KIGST“ bietet einen OwnCloud-Server; leider lässt sich die KIGST das jedoch pro Nutzer bezahlen. Da in einer Kirchengemeinde schnell sehr viele mögliche Nutzer zusammenkommen und die Fluktuation je nach Arbeitsbereich recht hoch ist, habe ich nach einem Anbieter Ausschau gehalten, der nach Speicher abrechnet und auch sonst mehr kann (etwa zusätzliche Addons installieren). Meine Wahl fiel auf Urospace/Rotcloud*, (keine Trafficlimits, keine Benutzerlimits, bis auf 20TB Speicherplatz erweiterbar) unter anderem weil dort die magischen Worte „Wir bieten ebenfalls Möglichkeiten für einen ADV-Vertrag an.“ zu lesen waren. Der ADV-Vertrag (ADV = Auftragsdatenverarbeitung) regelt, wie mit Daten umzugehen ist und nach welchem Datenschutzrecht zu handeln ist. Der ADV-Vertrag hat mich ganz schön Nerven gekostet. Als Theologe Juristendeutsch zu verstehen ist nicht ganz einfach und so setzte ich mich mal mit Juristen, mal mit Technikern und mal mit Datenschützern auseinander.

Am Ende hatte ich den Mustervertrag der EKD-Datenschützer so angepasst, dass er auf mein Szenario passte und die zuständige Datenschützerin zufrieden war. Und das war es letztlich auch schon. Der Hoster war mit dem ADV-Vertrag einverstanden und der Vertrag konnte geschlossen werden.

ABER!

Das Einverständnis der Datenschützerin endete nicht mit dem (hosterseitigen) ADV-Vertrag, sondern zog sich (natürlich) in den gemeindeseitigen Umgang mit Daten hinein. Wir einigten uns auf eine Vereinbarung, die jeder Nutzer der Cloud bei der Einrichtung seines Accounts unterschreiben muss. Kernpunkte sind:

  • Der Zugang zur Cloud muss passwortgeschützt sein (also bei dropboxmäßiger Synchronisierung direkt auf die Festplatte braucht man eine gesondertes Nutzerkonto in Windows[…], wenn der PC von mehreren Menschen geteilt wird)
  • das persönliche Passwort darf unter keinen Umständen in andere Hände fallen (es soll ja Menschen geben, die gerne ihre Passwörter mit anderen teilen, weil es so praktisch ist…)
  • Nach Beendigung des Ehren- oder Hauptamtlichen Dienstes müssen alle gespeicherten Daten auf den eigenen Geräten gelöscht werden
  • eine allgemeine Belehrung über Datenschutz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen mit anvertrauten Menschen und Daten,…
  • Wenn der Nutzerkreis über die schon auf das Datengeheimnis verpflichteten Mitarbeiter hinaus geht, ist dieses Musterformular hilfreich:

Eine zweite Sache, an der ich gerade noch arbeite, ist eine Vereinbarung zwischen Kirchengemeinde und mir als Administrator, die regelt was bei meinem Weggang aus der Gemeinde passiert. (Passwörter, Übergabe an einen Nachfolger, Weisungsbefugnis dem Hoster gegenüber,…).

 

_______________Hier endet der Blogpost, _______________
_______________alles Nachfolgende sind _______________
_______________Einzelheiten, die vermutlich _______________
_______________nur für wenige interessant sind._______________
  • in Anlage 2 des Musters (Direktlink auf das PDF), sollte darauf geachtet werden, dass so etwas drinsteht wie: „Der jeweilige Kirchenvorstandsvorsitzende, derzeit…“ Damit auch spontane Wechel ohne Übergabe kein Problem werden
  • Anlage 1 des Musters kann durch das Datenschutzkonzept des Hosters ersetzt werden (was in aller Regel sehr ähnlich aufgebaut sein sollte)
  • Bei §2, 1. Art der Daten im ADV-Vertrag habe ich möglichst viele Datenarten eingetragen um später nicht in Bedrängnis zu geraten, wenn sich die Nutzung ändert. Ob das euer Datenschützer auch mitmacht, kann ich nicht sagen. Bei mir gab es zumindest eine intensive Nachfrage.
  • Den §6 Unterauftragsverhältnis im ADV-Vertrag konnte ich streichen, da das Rechenzentrum zwar die Räumlichkeiten und Anschlüsse zur Verfügung stellt, aber keinen Zugriff auf die Server hat.
  • Datenschützer beruhigt es ungemein, wenn man mit einem Plan zu ihnen kommt und sich vorher schlau gemacht hat. Beispielsweise ist das in Owncloud eingebaute Nutzer- und Gruppenmanagement mit den jeweils erforderlichen Zugriffsberechtigungen nur auf Dateien, die zur Arbeit nötig sind, ein wichtiger Punkt, den man verstanden haben und erklären können sollte. 😉
  • Denkt daran, dass am Ende der Kirchenvorstand haftet, wenn etwas schief läuft. Eine gute Dokumentation der Schutzmaßnahmen und der Belehrungen der Nutzer ist wichtig!
  • Ich hänge bewusst weder meinen genutzten ADV-Vertrag noch meine Verpflichtung an, da ich ungern morgen einen auf den Deckel kriegen will, weil ein Detail doch nicht ganz genau passt. Wenn ihr Interesse habt und in einer ähnlichen Situation wie ich seid, dürft ihr aber nachfragen.

PS: Was ich sonst zum Datenschutz unbedingt mal loswerden muss: Liebe Kirchengemeinden mit Kontaktformularen auf ihren Internetseiten, es gibt mittlerweile kostenlose SSL-Zertifikate, mit denen man die Eingaben eines Kontaktformulars verschlüsseln kann, sodass etwaige Seelsorgeanliegen (das sind hochsensible Daten!!!) weit sicherer durch den digitalen Äther wandern. Bitte macht euch schlau und sorgt für Sicherheit und Datenschutz!

*Gewöhnlich würde ich hier keine Namen nennen, aber die immer kompetente Hilfe und die Geduld bei fast einem Jahr Verhandlungszeit haben mich einfach überzeugt. (Wegen dieser Nennung ist dieser Blogpost auch nicht auf dem landeskirchlichen Blog evangelippisch.de gelandet)

Als ich heute auf das Datum des letzten Eintrags geguckt habe, kam mir sofort der Gedanke „Oh, lange nicht gebloggt! Du müsstest dringend mal wieder…“. Dann fiel mir ein, dass es gar nicht soooo lange her ist, allerdings sind die letzten Posts aus einem anderen Blog gelandet, deshalb hier zur Vorsicht die Links:

WhatsApp als Newslettersystem und Digitalisierung, Pfarrberuf und Gemeinde

Beides ist auf evangelippisch.de gelandet, dem neuen Blog der Lippischen Landeskirche.

Alltags-Tools für Bilder

Auf dem Barcamp Kirche Online sprach ich nicht nur bei einer Session über den Adventskalender auf Snapchat, sondern auch zwischendurch viel über Tools, Websites und Helferlein für den Alltag. Jan bat mich, ein paar davon hier vorzustellen. Da in einem Megartikel zu viel untergeht, wird es ein kleine Blog-Serie. Dieses Mal gibt es das Thema: Bilder.

 

Tineye.com – Die Rückwärts-Bildersuche. Für mein Psalm 23-Heft und bei vielen anderen Gelegenheiten erwies sich eine akribische Suche nach Urhebern von Bildern als unbedingt notwendig. Nicht wenige Websites mit kostenlosen Bildern tummeln sich im Netz – aber welche Bilder davon sind geklaut? Ehrlich gesagt ist mir bis jetzt nur ein Fall untergekommen, bei dem ein Foto aus einer Bilddatenbank für lizenzfreie (oder CC0-lizensierte) Fotos auch noch lizenzpflichtig mit einem anderen Autorennamen bei einem kommerziellen Stock-Portal angeboten wurde. Trotzdem, hätte ich das nicht mittels Rückwärts-Bildersuche sowohl mit tineye.com als auch mit der Google-Bildersuche gecheckt, hätte ich jetzt mit Sicherheit ein Abmahnverfahren am Hals.

Bilder und Grafiken für lau. Immer wieder bin ich auf der Suche nach Grafiken und Fotos, die ich ohne rechtliche Probleme verwenden kann. Mittlerweile besitze ich ja zwei recht gute Kameras, was mich durchaus manchmal selbst auf die Suche nach einem passenden Motiv gehen lässt. Fehlt aber die Zeit, oder brauche ich etwas Besonderes, dann sind diese beiden Seiten meine Favoriten: unsplash.com und gratisography.com. Erstere sammelt von vielen Fotografen Fotos und hat eine Suchfunktion, letztere bietet Fotos mit einem besonderen Stil. Die Fotos von beiden Seiten sind lizenzfrei bzw. CC0-lizensiert, trotzdem lohnt sich zumindest bei unsplash für Vorsichtige ein Blick in die Rückwärts-Bildersuche. Ansonsten benutze ich gern die Google-Bildersuche mit der Zusatzeinstellung für Lizenzen. Für Grafiken/Cliparts benutze ich clker.com. Die Seite bietet lizenzfreie Grafiken im SVG- und PNG-Format. Die Qualität schwankt stark und manches wirkt altbacken. Trotzdem lande ich oft einen Glückstreffer.

qrcode.littleidiot.be – der QR-Code für Zwischendurch. Diese Seite liefert QR-Codes ganz nach Wunsch. Ob eine Visitenkarte, ein Link oder einfach Text, dieses Tool kann es. Eine Besonderheit ist, dass diese Seite auch QR-Codes im svg-Format ausgibt, also als Vektorgrafik, was ich schon öfters für Drucksachen brauchte.

GIMP, der Alleskönner – zumindest mit den passenden Erweiterungen. GIMP ist eine Bildbearbeitungssoftware für Windows, Linux und Mac. Die Funktionsvielfalt ist ähnlich erschlagend wie bei Photoshop und die Bedienung nicht immer einfach. Trotzdem ist dieses kostenlose Programm das meistgenutzte nach dem Webbrowser und Office. Um meine speziellen Anforderungen zu meistern braucht GIMP allerdings noch zwei Erweiterungen: Separate+ und Save for web. Ersteres erlaubt es mir druckfähige CMYK-TIFFs zu erstellen, letztere optimiert Bilder auf ihre Dateigröße hin, sodass sie auch mit schmalbandigen Internetanschlüssen zügig geladen werden können. Wie ihr die Erweiterungen installiert, ist je nach Betriebssystem verschieden, bemüht einfach die Suchmaschine eurer Wahl.

TinyPic – einfach Bilder verkleinern. Wer GIMP nur dafür öffnet, um ein Bild auf die passende Größe zu schrumpfen wird sich über das kleine Tool TinyPic als Alternative freuen. Einfach die gewünschte Bildgröße wählen, das Bild ins Programmfenster ziehen, fertig. (Als alter Linuxer benutze ich stattdessen natürlich convert auf der Kommendozeile 😉 )

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