erlöst – vergnügt – befreit             mal kritisch – mal blauäugig – mal vergeekt

Alltags-Tools für Bilder

Auf dem Barcamp Kirche Online sprach ich nicht nur bei einer Session über den Adventskalender auf Snapchat, sondern auch zwischendurch viel über Tools, Websites und Helferlein für den Alltag. Jan bat mich, ein paar davon hier vorzustellen. Da in einem Megartikel zu viel untergeht, wird es ein kleine Blog-Serie. Dieses Mal gibt es das Thema: Bilder.

 

Tineye.com – Die Rückwärts-Bildersuche. Für mein Psalm 23-Heft und bei vielen anderen Gelegenheiten erwies sich eine akribische Suche nach Urhebern von Bildern als unbedingt notwendig. Nicht wenige Websites mit kostenlosen Bildern tummeln sich im Netz – aber welche Bilder davon sind geklaut? Ehrlich gesagt ist mir bis jetzt nur ein Fall untergekommen, bei dem ein Foto aus einer Bilddatenbank für lizenzfreie (oder CC0-lizensierte) Fotos auch noch lizenzpflichtig mit einem anderen Autorennamen bei einem kommerziellen Stock-Portal angeboten wurde. Trotzdem, hätte ich das nicht mittels Rückwärts-Bildersuche sowohl mit tineye.com als auch mit der Google-Bildersuche gecheckt, hätte ich jetzt mit Sicherheit ein Abmahnverfahren am Hals.

Bilder und Grafiken für lau. Immer wieder bin ich auf der Suche nach Grafiken und Fotos, die ich ohne rechtliche Probleme verwenden kann. Mittlerweile besitze ich ja zwei recht gute Kameras, was mich durchaus manchmal selbst auf die Suche nach einem passenden Motiv gehen lässt. Fehlt aber die Zeit, oder brauche ich etwas Besonderes, dann sind diese beiden Seiten meine Favoriten: unsplash.com und gratisography.com. Erstere sammelt von vielen Fotografen Fotos und hat eine Suchfunktion, letztere bietet Fotos mit einem besonderen Stil. Die Fotos von beiden Seiten sind lizenzfrei bzw. CC0-lizensiert, trotzdem lohnt sich zumindest bei unsplash für Vorsichtige ein Blick in die Rückwärts-Bildersuche. Ansonsten benutze ich gern die Google-Bildersuche mit der Zusatzeinstellung für Lizenzen. Für Grafiken/Cliparts benutze ich clker.com. Die Seite bietet lizenzfreie Grafiken im SVG- und PNG-Format. Die Qualität schwankt stark und manches wirkt altbacken. Trotzdem lande ich oft einen Glückstreffer.

qrcode.littleidiot.be – der QR-Code für Zwischendurch. Diese Seite liefert QR-Codes ganz nach Wunsch. Ob eine Visitenkarte, ein Link oder einfach Text, dieses Tool kann es. Eine Besonderheit ist, dass diese Seite auch QR-Codes im svg-Format ausgibt, also als Vektorgrafik, was ich schon öfters für Drucksachen brauchte.

GIMP, der Alleskönner – zumindest mit den passenden Erweiterungen. GIMP ist eine Bildbearbeitungssoftware für Windows, Linux und Mac. Die Funktionsvielfalt ist ähnlich erschlagend wie bei Photoshop und die Bedienung nicht immer einfach. Trotzdem ist dieses kostenlose Programm das meistgenutzte nach dem Webbrowser und Office. Um meine speziellen Anforderungen zu meistern braucht GIMP allerdings noch zwei Erweiterungen: Separate+ und Save for web. Ersteres erlaubt es mir druckfähige CMYK-TIFFs zu erstellen, letztere optimiert Bilder auf ihre Dateigröße hin, sodass sie auch mit schmalbandigen Internetanschlüssen zügig geladen werden können. Wie ihr die Erweiterungen installiert, ist je nach Betriebssystem verschieden, bemüht einfach die Suchmaschine eurer Wahl.

TinyPic – einfach Bilder verkleinern. Wer GIMP nur dafür öffnet, um ein Bild auf die passende Größe zu schrumpfen wird sich über das kleine Tool TinyPic als Alternative freuen. Einfach die gewünschte Bildgröße wählen, das Bild ins Programmfenster ziehen, fertig. (Als alter Linuxer benutze ich stattdessen natürlich convert auf der Kommendozeile😉 )

Man könnte meinen, der Hype um Pokmon Go wäre eine Erfindung der Werbeindustrie – zumindest wenn man nur vor dem PC hockt. Ist man aber zum Beispiel im Schlosspark in Detmold unterwegs, ändert sich das Bild. Horden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen tummeln sich zwischen den sogenannten Pokestops um Pokebälle, Tränke und Eier einzusammeln oder das ein oder andere Pokemon zu fangen. Eine Welle des Unverständnisses rollt durch die Erwachsenenwelt über unaufmerksame Pokemon-Trainer im Straßenverkehr oder in den Schulen.

Ob es auch beim Landeskirchenamt Pokemon gibt?

Ob es auch beim Landeskirchenamt Pokemon gibt?

Ich wollte dem Hype trotz rechtlicher Bedenken auf den Grund gehen (bevor er vorbei ist?) und wagte mich in die Welt der Taschenmonster, um zu verstehen statt zu verurteilen. In den vergangenen zwei Wochen konnte man mich bei vielen Gelegenheiten mit dem Handy in der Hand erwischen. So richtig intuitiv ist die Smartphone-App nicht, zwar fange ich die ersten Pokemon recht schnell, aber mit wird nicht klar, wie ich sie möglichst schnell aufbaue, wie ich kämpfe und was ich sammeln und was links liegen lassen sollte. Hier gibt es zahlreiche Tipps in Ratgebern im Netz und bei andere Pokemon Go Spielern. Ich vermute, dass diese Undurchsichtigkeit Teil der Faszination ist, da es immer ein Gesprächsthema gibt. Ein anderer Teil ist die Vielfalt der Pokemon (zumindest am Anfang) und der Überraschungsfaktor der auszubrütenden Eier. Hinzu kommt der Faktor der augmented reality (erweiterte Realität). Die Spielerinnen und Spieler bekommen mit dem Spiel mehr zu sehen, als die Nichtspieler. Als ob man einem Geheimbund angehören würde, zwinkert man sich verschwörerisch zu, wenn man einen Mitspieler sieht und fragt sich, welche Pokemon er/sie wohl schon gefangen und welches Level er/sie hat.

Hier wird es spannend, denn anders als so viele andere Spiele, zwingt Pokemon Go geradezu seine Spieler nach draußen zu gehen und anderen Spielern zu begegnen. Man tauscht sich online, aber eben auch offline über gute Jagdgründe aus und das Jagen, die Besuche der Pokestops und die Kämpfe in den Arenen machen gemeinsam viel mehr Spaß als alleine.

Pokemonjagd mit Jugendlichen

Oh? Was schlüpft wohl aus dem 10km-Ei?

Wie so oft wollte es der Zufall (…), dass PokemonGo kurz vor meiner Jugendfreizeit in meinem Blick geriet und ich mit Pokemon-Grundwissen und 14 Jugendlichen zum Segeln in die Niederlande fuhr. Bedingt durch die Roaming-Kosten war ich so ziemlich der Einzige an Bord (und an Land), der sich über eine Internetverbindung freuen konnte und so reifte in mir die Idee bei einem abendlichen Landgang die Pokemon-Trainer der Teilnehmer zu sammeln und gemeinsam auf Jagd zu gehen. Mein eigenes Smartphone verlieh ich an einen Teilnehmer, dessen Handy nicht die Voraussetzungen für Pokemon Go hatte, der aber trotzdem gerne mal spielen wollte. Wir sahen uns einige Sehenswürdigkeiten von Texel an (dankenswerter Weise sind solche Dinge meistens Pokestops oder Arenen) und spielten gemeinsam und allein, je nachdem, was gerade dran war.

Meinen Beobachtungen nach, lässt die Aufmerksamkeit für die nicht erweiterte Realität dank des Spiels deutlich nach. Mehrfach musste ich meine Teilnehmer auf Autos oder andere Gefahren hinweisen. Gleichzeitig erlebte ich aber eine große Interaktion unter den Jugendlichen, die von gemeinsamer Spannung (ein ausgebrütetes Ei), Schadenfreude (ich habe das Pokemon gefangen und du nicht) bis hin zu gemeinsamem Jubel reichte. Die Gespräche während des Jagens  drehten sich zwar hauptsächlich um das Spiel selbst, hatten jedoch ebenfalls Momente von Tiefe und gänzlich andere Themen.

Bei der Begeisterung wunderte es mich wenig, dass meine Jugendlichen für meine Drei-Worte-Andacht (die Zuhörer geben dem Andachthaltenden zur Vorbereitung drei Worte, die in der Andacht vorkommen müssen) ausgerechnet das Wort Pokemon aussuchten. Glücklicherweise hatte ich kurz vor der Freizeit einen Beitrag gelesen, der sich um Pokemon Go und Christentum dreht und so konnte ich einen Gedanken aufnehmen, den ich spannend fand: Auch wir Christen sehen eine erweiterte Realität. Wir sehen Gottes Wirken in der Welt, können mit ihm interagieren, können Menschen als unsere Schwestern und Brüder sehen und sind wie die Pokemon Go Spieler eine Gemeinschaft, die manchmal für ihre Fähigkeit mehr zu sehen schief angeguckt wird. Sicherlich hat die christliche augmented reality einen weit umspannenderen, wichtigeren und lebensverändernden Kontext, aber vielleicht hilft die Parallele Jugendlichen den Glauben verständlicher zu machen.

Für die nähere Zukunft schwebt mir irgendwie so etwas wie ein Pokemon-Nachmittag mit Jugendlichen vor. Ein Pokestop mit Lockmodulen versehen (sie locken Pokemon an und damit auch Spieler😉 ) und dann mit geistlicher und physischer Nahrung über Gott, Pokemon und die Welt zu reden. (siehe auch: Licher PokémonGo-Challenge) (Wichtig wie bei allem anderen: Es darf niemand zum Installieren der App getrieben werden! Aber wenn die Jugendlichen eh… ihr kennt das.)

Ich muss gestehen: Pokemon Go hat auch mich unvorsichtiger in einigen Situationen werden lassen, es reizt geradezu dazu. Trotzdem bietet es Möglichkeiten Menschen zusammenzubringen und etwas gemeinsam an der frischen Luft zu tun. Die Faszination hat mich gepackt und ich werde wohl nicht direkt nach diesem Blogpost mit dem Spielen wieder aufhören. Der fade Nachgeschmack des Datenschutzproblems bleibt leider (aber das ist wohl der Preis den man für „kostenlose“ Dienste wie Facebook, Google, PokemonGo u.a. zahlt).

In diesem Sinne: Experimentiert statt zu verurteilen und schreibt mir eure Ideen und Meinungen zu Pokemon Go.

kreuzIch mag es, für Konfis ein sprichwörtliches Feuerwerk abzubrennen. Letzte Woche hatte ich Zeit mal wieder so etwas vorzubereiten. Das Thema Passion Jesu stand an und so gab es eine Mischung aus Stationenlernen und Planspiel zur Passionsgeschichte mit anschließendem chronologischen Überblick.

1. Teil: Passion aus verschiedenen Blickwinkeln

Im ersten Teil meines vierstündigen Konfi-Tages konnten die Konfis Aspekte und Geschichten von Jesu Passion und seiner Auferstehung aus den Blickwinkeln folgender Personen erfahren: von Petrus und Maria, vom römischen Hauptmann und den Pharisäern und von den Emmausjüngern. Jede Person saß in einem separaten Raum und wartete mit ihrer Geschichte und einer Aufgabe auf die Konfis. Die Geschichten sind bewusst kurz gehalten und erwähnen wenig Details, weil im zweiten Teil ohnehin der Original-Wortlaut gelesen wird. Die persönliche Sicht und die emotionale Note ist hier erstmal wichtiger.

Die Aufgaben reichen von Bibelaufschlagen und die begonnene Geschichte zu Ende lesen (und dann eine Frage beantworten), über kreative und repetative Aufgaben bis zur Introspektion zum Thema Schuld. Am Ende jeder Station stand das Bedanken der biblischen Person mit einem Gegenstand, der für die Konfis erst im zweiten Teil eine Rolle spielen sollte.

Da die Stationen jeweils aus der Geschichte und dem Aufgabenteil bestand, war die Chance selbst für sechs Gruppen bei fünf Stationen relativ groß, eine freie oder halbwegs freie Station zu finden. Für den Fall der Fälle habe ich noch einen Stapel „Bonusrätsel“ im zentralen Raum ausgelegt.

Mit ein paar motivierten Konfi-Teamer (sie waren großartig!) und der Anfangsansage „Bildet höchstens sechs in etwa gleichgroße  Gruppen und nehmt einen Stift und eure Bibeln mit“ ging es los. Nach etwa 110 Minuten waren meine 30 Konfis durch und hatten sich redlich eine Pause verdient. Diese nutzte ich zum Aufbau eines Beamers, um einige der Ergebnisse präsentieren* zu können (siehe „WLAN“).

Nach der bei uns üblichen Frühstückspause ging es weiter mit einer Andacht, die bei der Station zum Thema „Schuld“ anknüpfte. Dort war dann auch die Zeit un der Ort um die an der Station entstandenen Aufzeichnungen wie versprochen zu vernichten und in ein entsprechendes Gebet einzubinden.

WLAN

„Ey, warum daddelt ihr mit dem Smartphone, ihr sollt doch arbeiten!“ –

„Tun wir doch, ihr dürft auch gleich, wenn ihr mit dieser Station dran seid.“

Was diese Konfistunde für mich besonders spannend machte, war das Ausprobieren einer neuen Methode: An einer Station sollten die Konfis per bereitgestelltem WLAN (über einen zu diesem Zweck aufgestellten Freifunk-Router) Bilder zum Thema Auferstehung suchen und sich Gedanken zu einem der Bilder machen und diese kurz notieren. Die Bilder sollten heruntergeladen und per Mail oder WhatsApp an mich geschickt werden. (Die Dateien landen per Mail bzw. WhatsApp-Web auf dem Laptop. Zu diesem Zweck habe ich noch spaßeshalber eine extra Mailadresse angelegt). Wer es urhebrrechtlich hundertprozentig sauber haben möchte, kann sich einfach die Links statt der Dateien schicken lassen. Am Ende des Stationenlaufs gab es die Bilder im Plenum per Beamer zu sehen. Ich war echt beeindruckt mit was für tiefgründigen Gedanken die Konfis ihre Bilderwahl erklärten.

2. Teil: Ordnung ins Chaos bringen

Im zweiten Teil sollten die Konfis die Möglichkeit erhalten, die vielen bruchstückhaften Informationen in eine chronologische Reihe zu bringen. Da diese Idee nicht mal im Ansatz von mir ist, sei sie nur kurz beschrieben: Die Konfis lesen gemeinsam die Passionsgeschichte in der Bibel und immer wenn in der Geschichte einer der in Teil 1 ausgegebenen Gegenstände auftauchte, wird „Stopp“ gerufen und der Gegenstand in eine sich immer weiter aufbauende chronologische Reihe von Gegenständen eingereiht. Beim Wiederauftauchen dürfen Gegenstände auch verschoben werden. Als Vorbereitung müssen nur die in der Gruppe gesammelten Gegenstände auf die Mitglieder verteilt werden, so dass auf jeden Fall jeder der Gesamtgruppe einmal „Stopp“ rufen kann. Ich musste aufgrund des Zeitdrucks leider recht zügig lesen und konnte wenig Nachfragen und Erklärungen geben (was zum Glück vielfach durch den 1. Teil wett gemacht wurde**). Bei mehr Zeit und guten Mitarbeitern ist beim Lesen der Passionsgeschichte einiges mehr möglich!

Fazit

Etwa 20 kg Material, 5 Konfi-Teamer und einen Haufen Vorbereitungszeit haben sich für diesen Tag echt gelohnt. Deshalb überlasse ich euch auch gern mein Material, vielleicht möchtet ihr ja etwas ähnliches machen, aber wollt nicht alles selbst schreiben. Texte, Vorlagen,… stehen unter der CC0-Lizenz. Macht damit was ihr wollt. Bei einer Wiederveröffentlichung und Bearbeitung würde ich mich über eine Namensnennung und einen Hinweis freuen (aber das ist keine Pflicht).

Inspiriert hat mich übrigens „Wo ist Jesus von Nazareth?“ – Jesus-Suchspiel von Pfrn. Kerstin Hillgärtner. Vielen Dank dafür!

Download

Leider konnte ich euch die Bibeltexte aus Urheberrechtsgründen nicht anhängen😦 Was meint ihr, warum ich so ein ein Monsterprojekt wie die Offene Bibel ins Leben gerufen habe… genau aus diesem Grund: Frust über die Urheberrechtsprobleme mit Bibelübersetzungen.😉

——

* Das muss sich bei ausreichend Zeit nicht auf die gesuchten digitalen Bilder beschränken. Gerade für die bei der Petrus-Station gestalteten Texte wäre eine Würdigung und die Möglichkeit der Nachfrage wünschenswert.

** Ich habe die Methode aus Teil 2 auch schon ohne Kontext genutzt und es war wesentlich mehr Input zum verstehen nötig, als nach Teil 1.

 

Eine Woche Urlaub hat auch meine Paracord-Sammlung erweitert. 😀 

Die Knüpftechniken von links nach rechts: Advanced Solomon (incl. Varianten), Underwood, Icelandic Dream, BlazeBar, CrossKnot, King Snake, SideStep, Copperhead, Solomon Mountain. Mit den Namen solltet ihr die Anleitungen leicht per Suchmaschine finden.

Für eine Methode in meinem Konfiunterricht (Blogeintrag folgt siehe „Konfistunde zur Passionsgeschichte„) brauchte ich WLAN. Allerdings konnte ich nicht einfach den Router des Gemeindehauses für die Konfis öffnen, deshalb entschied ich mich spontan einen Freifunk-Router aufzustellen. Der eignet sich übrigens nicht nur für temporäres Aufstellen für die Konfis, sonders besonders für den dauerhaften Betrieb für Flüchtlings-Cafes, Internet-Gottesdienste und ganz allgemein Gäste der Gemeindehäuser und Kirchen.

Warum ich nicht einfach den WLAN-Schlüssel an die Konfis weitergeben kann

  1. die Konfis würden sich im internen Netz bewegen und so bei schlecht konfigurierten Netzen  (wie sie leider in der 08/15-Gemeinde häufig vorkommen) auf interne Daten zugreifen. Das berührt dann die beiden sensiblen Bereiche Datenschutz und Datensicherheit.
  2. Was wenn die Konfis im Netz Blödsinn anstellen? Es muss ja gar nicht der große digitale Bankraub sein, es reicht ja schon ein illegal heruntergeladenes Musikstück. Die Haftung habe ich/die Gemeinde als Anschlussinhaber und zahle in aller Regel die Abmahngebühr von 500€ bis zu mehreren tausend Euro. Das Schlagwort hierzu lautet Störerhaftung. Auch wenn gerade ein neues Gesetz zu offenen WLANs auf dem Weg ist, wird es Die Störerhaftung nach Einschätzung einiger Rechtsexperten weiterhin geben.
  3. Habe ich einmal die Zugangsdaten herausgegeben, haben die Konfis sie entweder, oder ich muss sie immer wieder bei Bedarf ändern, was den anderen Mitarbeitenden sauer aufstoßen könnte, da sie dann nicht mehr ins Netz kommen.

Meine Lösung: Freifunk

Mit einem Freifunk-Router baut man ein zusätzliches Netzwerk auf, das nur den Internet-Zugang des Gemeinderouters braucht. Ist diese Verbindung erst einmal hergestellt lösen sich alle drei genannten Probleme in Luft auf, denn:

  1. Der Freifunk-Router leitet jede Verbindung durch einen verschlüsselten Kanal durch den Gemeinderouter (oder natürlich auch den normalen privten Router) und erst dann ins Internet (man spricht vom Tunneln, violett dargestellt). Aus diesem Datentunnel kann der Nutzer des Freifunk-Routers nicht ausbrechen und somit nicht auf Daten aus dem Gemeindnetz zugreifen.
  2. Der Tunnel wird vom Freifunk-Router genaugenommen nicht nur ins Internet gebuddelt, sondern bis zu einem speziellen Server, der nicht von der Störerhaftung betroffen ist. Erst dort gelangt der Nutzer des Freifunk-Netzes ins Internet. Damit ist die Kirchengemeinde die Haftungsfrage los.
  3. Durch das separate WLAN des Freifunkrouters können die Mitarbeitenden weiterhin im internen WLAN arbeiten, ohne sich mit Änderungen herumschlagen zu müssen.

test1Konkrete Schritte

Zuerst gilt es den richtigen Router für die Anforderungen zu kaufen. Für mal zwei bis drei Personen im Freifunknetz reicht ein Modell für etwa 15€ (TP-Link WR841N); für 15-20 Personen wie meine Konfistunde brauchte ich schon das nächst größere Modell für etwa 50€ (TP-Link WR1043ND). Hätte ich meine ganze Konfigruppe mit Teamern gleichzeitig online gebraucht hätte es wohl der Router für etwa 80-90€ (TP-Link WDR4300/ Archer C7) sein müssen. Im Zweifelsfall hilft die lokale Freifunk-Initiative gern weiter – persönlich oder per Website (Freifunk Lippe). Gerade bei komplizierteren Situationen (Außenbereich, WLAN soll woanders liegen, als der Anschluss ist,…) lohnt es sich Kontakt aufzunehmen.

Der von euch ausgewählte Router braucht nun neue Software, sogenannte Firmware. Die findet ihr ebenfalls auf der Website der lokalen Freifunk-Community. Diese Firmware (bitte passt auf die genauen Bezeichnungen und Versionen der Router auf) wird anschließend installiert. Auch damit sind euch die Freifunker im Zweifelsfall gern behilflich.

Danach sollte es ausreichen euren nagelneuen Freifunk-Router an euren Gemeinderouter anzuschließen. Letzter Schritt: Freuen und Surfen!

—-

PS: Freifunker arbeiten in der Regel sehr gerne mit Kirchengemeinden zusammen, da die Kirchtürme mit ihrer großen Höhe gute Positionen für Richtantennen sind und so Verbindungen über lange Strecken und die WLAN-Versorgung größerer Gebiete ermöglicht.

PPS: Was spricht dagegen? Nichts. Ok, ein paar Dinge könnte man anführen:
1. Mit dem Router wird ein offenes Wlan aufgebaut (meist mit SSID stadtxy.freifunk.net) in das sich jeder einloggen kann. Hu, auch Nicht-Gemeindemitglieder? Ja, und?!
2. Der Schutz vor der Störerhaftung ist nicht 100% sicher, sondern nur so um die 99,9999999% (jemand mit extrem vielen Kenntnissen könnte mit geringer Wahrscheinlichkeit den Router entsprechen hacken). Aber mal ehrlich, 100%ige Sicherheit gibt es nicht!
3. Es wird berichtet (wohl weil es in Deutschland wenig freies WLAN gibt) dass um die Freifunk-Hotspots gern auch bis spät nachts Menschen stehen, die laut sind – nichts, was man nicht im Notfall mit einer Zeitschaltuhr regeln kann.

verschiedenfarbiges ParacordHeute mal ein ungewöhnlicher Beitrag für dieses Blog. Es geht weder um Technik noch um Theologie. Meine letzte Jugendfreizeit als Teamer hat mich auf ein Hobby gebracht, das nicht nur meine Freizeitteilnehmer im Sturm eroberte, sondern auch Teamer, Katechumenen, Konfis und Jugendgruppen. Paracord ist eine stabile Schnur, die ursprünglich für Fallschirme entwickelt wurde: Leicht, extrem reißfest und robust.

Diese Eigenschaften sorgten dafür, dass Paracord schnell zum Überlebenswerkzeug für Soldaten wurde, denn ein Paracord-Armband ließ sich im Notfall schnell in 3m Schnur verwandeln, mit der man sich im Zweifelsfall sogar abseilen konnte. Aus diesem Survival-Armband wurde in den letzten Jahren ein Lifestyle-Armband und immer mehr Farben und Knüpftechniken wurden hergestellt und erfunden. Meine neueste Lieferung kam heute an und das nehme ich zum Anlass euch ein wenig mehr von Knoten und Verwendungsmöglichkeiten zu erzählen.

Armband mit Basic Cobra Knüpftechnik

Knüpftechnik Basic Cobra

Meine Begeisterung fing mit einem ganz simplen Armband an – ich wollte ja gut auf die Freizeit vorbereitet sein. Doch im zweiwöchigen Urlaub vor der Freizeit entdeckte ich diverse andere Knüpftechniken und so konnte ich auf der Freizeit etwa sieben verschiedene Armbänder anleiten.

Dazu kam dann noch eine Technik, die für ein Kreuz aus Paracord für den Schlüsselbund (das das Team als kleines Dankeschön für die Mitarbeit bei unserem Freizeitgottesdienst knüpfte). Nach einer halben Woche waren nur noch Reste unseres etwa 150m umfassenden Paracord-Vorrats da. Der Arm eines Teilnehmers sah am Ende der Freizeit wie eine Paracord-Variante vom Wolfgang Petrys Arm aus.

Nach der Freizeit legte sich meine Paracord-Manie etwas und ich probierte nur noch wenig Neues aus, bis ich eine Anleitung für einen Fisch fand, der sofort in Serie als Mitarbeiterdankeschön für den XMas-Gottesdienst produziert wurde. Mittlerweile habe ich diverse andere Knüpftechniken ausprobiert und habe immer noch Spaß daran. Manch eine Technik ist ein echter Glückstreffer, weil sie einfach genug für Anfänger und gleichzeitig schön ist (und manchmal trotz einfacher Technik sehr kompliziert aussieht, was die Teens freut).

gesammelte Werke

Neben Armbändern sind auch Schlüsselanhänger, Gürtel, Spielfeldbegrenzungen, Steinschleudern, Hundehalsbänder, Hängematten und vieles mehr möglich. Die schönste Verwendungsmöglichkeit die ich gesehen habe, war ein quer über eine Wiese gespanntes Netz, in dem es sich bis zu vier Menschen gemütlich machen konnten.

Durch Rumdameln habe ich durch Zufall eine Technik entdeckt, die schön, einfach und schnell ist. Bestimmt bin ich nicht der Erste, da sie wirklich simpel ist. Die Besonderheit hier: Das Armband (oder was auch immer ihr mit dieser Technik macht) wird elastisch.

EasyHalbSchlag

Was tun, wenn man einen MultiCam-Livestream machen will und dafür kein Budget hat? Improvisieren! Meine Lösung: Eine Kombination aus Webcam, Smartphone, Actioncam und der OpenSource Software OBS (Open Broadcaster Software – ich verwende die Version OBS Studio). Tatsächlich habe ich bis auf ein wenig Zeit genau 0€ in das System investiert, aber ich habe natürlich einen größeren Fundus an technischem Gerät zu Hause herum liegen. Selbst wenn ihr nichts außer einem halbwegs aktuellen Rechner habt, ist ein Livestream für kleines Geld möglich.

Exkurs: Warum nicht einfach mit Smartphone-Apps wie Periscope oder Bambuser? Weil dort keine Bauchbinden und eben keine Kamerawechsel möglich sind. Mein Anwendungsszenario sind Vorträge, Gottesdienste und  Podiumsdiskussionen, bei denen Sprecher wechseln und auch eine Totale zwischendurch sehr hilfreich ist.

Zentrale Schaltstelle ist ein Laptop mit OBS. OBS (Studio) läuft wunderbar unter Linux, OS X und Windows. Wie gut das Zusammenspiel mit den anderen Komponenten ist, hängt von den Treibern und Anschlüssen ab. Ich habe bspw. Probleme mit meinem kombinierten Audio-Ein/Ausgang (den ich für die Verwendung meines Mikrofons erst mit einem Adapter versehen muss) und meiner Actioncam SJ4000 (unter Linux läuft sie ohne Probleme als USB-Webcam und unter Windows stürzt sie ab).

OBS arbeitet mit Youtube, Facebook-Live und diversen anderen Streamingplattformen zusammen. Die Bedienung ist nicht immer ganz intuitiv, aber schnell erlernbar. Da ich euch hier nicht mit einer endlosen Slideshow von Screenshots zuballern will, habe ich die grundlegenden Funktionen per Video zusammengefasst (übrigens ist dieses Video per OBS aufgenommen, da OBS auch den Bildschirm und sogar einzelne Fenster abfilmen kann).

Zusätzlich zum Mikrofon und der Actioncam verwende ich noch eine Logitech C270 und im Notfall mein Android-Smartphones (per DroidCam in der Bezahlvariante). Für das Streaming in 720p braucht man schon einen ordentlichen Upstream (mein Versuch bei 1 MBit Upstream waren sehr dürftig). Hinzu solltet ihr eine Umgebung mit ausreichend Licht wählen, da die billigen Cams nicht besonders lichtstark sind. Für die Zukunft werde ich meine 3x4m Bühnenmolton (als Hintergrund) und meine zwei Softboxen mitnehmen. (Man mag kaum glauben, mit was für Hintergründen und was für Licht manche Veranstaltungen durchgeführt werden.) Wer auch bei schwierigen Aufnahmeverhältnissen eine bessere Bildqualität möchte, sollte sich mal die Webcam-Modelle von Logitech oder Microsoft für um die 100€ anschauen.

Mein Setup

Falls ihr kein gescheites Mikrofon, aber dafür einen Soundrecorder (wie etwa ein Zoom H2N) habt, könnt ihr auch den für eure Aufnahmen nutzen. Zumindest mein H2N kann als USB-Mikrofon genutzt werden.

Dieses einfache Setup mit billigen Komponenten kann beliebig nach oben aufgerüstet werden. OBS arbeitet auch mit HDMI-Capture-Cards zusammen, so dass ihr DSLRs und andere potente Kameras fürs Streaming benutzen könnt. Für die Zukunft plane ich für Konferenzsituationen noch ein Mischpult zwischen den Line-In/Mikrofoneingang und die Audioquelle einzubauen. Damit kann ich viele hochwertige Mikrofone gleichzeitig einsetzten und mir die ideale Audiomischung direkt per Kopfhörer zusammenstellen. (Ein großer Nachteil meines bisherigen Setups ist der nicht kontrollierbare Sound. Vielleicht ist dafür aber auch nur ein wenig mehr Herumprobieren nötig.)

Zum Schluß noch eine Auflistung der Komponenten mit ungefähren Preisen:

  • Logitech C270, Webcam (max. 1280×720) – ca. 30€
  • SJCAM SJ 4000, Actioncam (max. 1920×1080) – ca. 60-80€
  • DroidCamX (App und Software fürs Androisphone) – 4€
  • Takstar SGC-598, Shotgunmikrofon – ca. 30€
  • diverse Stative – 5-40€/Stück
  • aktives (!) USB-Verlängerungskabel, 10m – ca. 15€
  • diverse Adapter und Kabel – ca. 10€

Aber ganz ehrlich: Wenn es nichts hochoffizielles sein soll, benutzt das, was ihr da habt. Vielleicht kann eure DSLR ja per USB als Webcam genutzt werden, oder jemand im Bekanntenkreis hat zufällig eine ungenutzte Webcam irgendwo liegen. Denkt nur daran, dass der Ton mindestens 50% eines guten Streams ausmacht!
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Nachtrag: Wer es etwas hochwertiger möchte, sollte mal bei der Projektstelle social media der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern vorbei schauen.

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