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Archiv für die Kategorie ‘Android’

Android 5.1 Lollipop auf dem Wiko Rainbow

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Benachrichtigungen + Schnelleinstellung mit einem Wisch 🙂

Da mein Wiko Rainbow immer mehr Zicken machte und diverse Apps nach einem Update nicht mehr starten wollten, war es Zeit für ein Update. Wenn dann richtig, dachte ich mir und installierte CyanogenMod 12.1 alias Android 5.1 Lollipop.

Die Prozedur ist denkbar einfach, wenn man den Weg kennt und keine unerwarteten Stolpersteine auftauchen. Mein Stolperstein waren die Abstürze der benötigten Apps unter meinem Standard-Android 4.2. Deshalb musste ich erst auf das Android 4.4 von Wiko updaten. Dazu musste ich leider Windows hochfahren und dort das heruntergeladene Updateprogramm ausführen. Mit der Wiko-Anleitung ist das selbst für Laien schaffbar. (Vorsicht, das ausgeschaltete(!) Smartphone erst nach Aufforderung per USB an den Rechner anschließen.)

Nach dieser Hürde musste ich dann folgende Punkte nacheinander abhaken:

  1. Daten sichern. Wenn ihr ein Smartphone gleicher Bauart (aber nicht mit Wiko-Software) habt, dann müsst ihr zusätzlich die IMEI sichern und als erstes ein Original-Wiko-Rom installieren.
  2. Smartphone rooten. Das ging mit Kingroot ohne Probleme, auch wenn es wesentlich länger dauerte als unter Android 4.2 mit Framaroot. (Download aufs Smartphome -> ggfs. die Installation von Apps aus unbekannten Quellen erlauben -> Installieren -> ausführen und rooten)
  3. Flashify (for root users) aus dem Play-Store herunterladen. Damit ist das Smartphone soweit vorbereitet.
  4. Dateien herunterladen. Jetzt ladet ihr euch aus diesem Foren-Thread aus dem ersten Beitrag unter Downloads die Dateien ROM, Recovery und GAPPS herunter. Wenn ihr ein googleloses Smartphone (also auch ohne Play-Store) wollt, lasst die GAPPS weg.
  5. SD-Karte vorbereiten. Kopiert die heruntergeladenen Daten auf eine leere Micro-SD-Karte, steckt diese in euer Rainbow und dann kann es los gehen.
  6. Recovery flashen. Flashed jetzt mittels der App Flashify das Recovery-Image (recovery-cm12.img) auf euer Telefon. (Flash -> Recovery image -> choose file ->…)
  7. Rebooten ins Recovery (das heißt übrigens PhilZ Touch Recovery), das sollte einfach ohne weiteres Zutun gehen.
  8. Löschen und flashen. Im Recovery angekommen löscht ihr nun den Dalvik, den Cache, die Userdaten und wählt dann „install zip“ und navigiert zu eurem Rom (cm-12.1-*-UNOFFICIAL-rainbow.zip) und flashed es auf euren Regenbogen.
  9. Booten und nochmal ins Recovery. (nur wenn ihr die Google Apps auch installieren wollt) Ich habe auf die Schnelle nicht die Tastenkombination für das Booten ins Recovery gefunden (Nachtrag vom 5.4.16: Laut und Leise gleichzeitig gedrückt lassen und Einschalttaste drücken. Danke an alexanderborowietz, siehe Kommentare), deshalb habe ich es mit Bordmitteln des neuen Systems gemacht: Einstellungen -> Über das Telefon -> 7mal auf Build-Nummer tippen, um die Entwickler-Optionen freizuschalten. Die tauchen nun in den Einstellungen direkt über „Über das Telefon“ auf. Dort habe ich dann „Erweitertes Startmenü“ aktiviert und schon konnte ich nach langem Druck auf den Einschaltknopf und der Auswahl „Neustart“ wählen, wie der Neustart durchgeführt werden soll. In unserem Fall „Recovery“.
  10. GAPPS flashen. Nun nocheinmal per „install zip“ die gapps-*.zip-Datei auswählen und flashen.
  11. Freuen!

Ihr habt nun Android 5.1 Lollipop auf eurem Wiko Rainbow. Bis jetzt läuft mein Telefon stabil, schnell und hatte nur ein Problem: Die AldiTalk-App kann sich nicht anmelden. Nunja, was solls. Übrigens:

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Einstellungen ->Datenschutz

Wer Root-Rechte haben möchte, muss in den Entwickleroptionen „Root-Zugriff“ entsprechend anpassen. Zusätzlich sollte auch ein Blick in die Einstellungen unter „Datenschutz“ interessant sein. Hier könnt ihr im Play-Store zwangsweise erteilte Berechtigungen von installierten Apps zurückziehen bzw. nur auf Nachfrage erlauben. So fand ich es zum Beispiel sehr erstaunlich, wie oft WhatsApp auf das Adressbuch zugreifen möchte…

In den nächsten Tagen experimentiere ich wohl noch ein wenig herum, es könnte also noch etwas zum Blogeintrag hinzukommen 😉

Edit (12.1.16): Nach ein paar Tagen Testen kann ich nun folgendes sagen: Ich bin im großen und Ganzen zufrieden. Hin und wieder mal ein Absturz ist in Ordnung (weniger als täglich), hin und wieder ein millisekundenlanges Hängen auch. Ansonsten habe ich noch ein reproduzierbares Problem bei Snapchat festgestellt, das beim ersten Starten statt dem Kamerabild ein grünes Bild zeigt (lässt sich durch umschalten der Kamera lösen). Da Nervigste sind die immer wieder auftretenden Verbinungsabbrüche beim Wlan (das Telefon bleibt im Wlan aber kann keine Verbindung mit dem Internet aufnehmen. Erst ein Aus- und wieder Einschalten löst das Problem.) Da ich nichts diesbezüglich im Forum gefunden habe, mag das aber auch (wenigstens zum Teil?) an meinem grottigen Wlan und tatsächlichen Internetausfällen liegen. Ansonsten bin ich seeeeeehr zufrieden und werde bei Gelegenheit das Update einspielen – ja es gibt nun Version 3.0! Vielleicht haben sich ja dort die genannten Probleme schon erledigt. 😉

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Bezahlen per Handy – ohne NFC

Vor ein paar Tagen ging die Meldung durch die Netzwerke, dass die Discounterkette Netto ein neues mobiles Bezahlsystem eingeführt hat. Das Besondere: Um es nutzen zu können, braucht man kein teures Smartphone, was die Funktechnik NFC unterstützt, sondern einfach nur ein Smartphone mit Android, WindowsPhone oder iOS, das eine mobile Internetverbindung herstellen kann. Als kleines Extra gibt es die Möglichkeit Coupons ohne Mehraufwand einzulösen.

Obwohl ich ja auf Datensparsamkeit stehe, konnte ich nicht widerstehen, das Ganze mal zu testen. Für die Anmeldung muss man tatsächlich einige Daten von sich preis geben. Das ist wohl vor allem deshalb nötig, um von dem Bezahldienstleister DPZ (Deutsche Post) eine Bonitätsprüfung durchführen zu lassen. Allerdings können diese Daten, die bis auf die Bankdaten auch für ein Couponeinlösen per App Pflichtangaben sind, wunderbar zu Marktforschungszwecken eingesetzt werden.

Die App ist leicht zu bedienen und generiert – eine Internetverbindung im Laden vorausgesetzt – einen einmaligen, nur in dieser Filiale einlösbaren vierstelligen Code (damit nicht jeder mit dem Handy bezahlen kann, wird eine vierstellige, selbst gewählte Pin vor der Anforderung abgefragt), den man dem Kassenpersonal vorzeigen muss. Da dieser Code fünf Minuten gültig ist, kann man ihn bequem vor dem ersten gescannten Artikel anfordern und nach dem letzten Artikel vorzeigen. Wenn das Personal geschult ist, geht das schneller als jede Barzahlung oder gar Kartenzahlung.

Bei meinem Test heute war ich der erste Kunde, der die Kassiererin mit dieser Bezahlart überraschte und so war sie dann nach der kundigen Anleitung des Chefs ganz erstaunt, dass mit der Eingabe des Codes schon wieder alles vorbei war.

Neben der Bezahl- und Couponfunktion (Coupons werden ganz automatisch mit dem Bezahlvorgang per Handy eingelöst) bietet die App auch noch einen Einkaufszettel der nach den ersten paar eingetippten Buchstaben Vorschläge macht und sich im Laden abhaken lässt (echt praktisch), einen virtuellen Wochenprospekt mit den Angeboten (etwas umständlich zu bedienen, die Wartezeiten sind für meinen Geschmack zu lange), einen QR/EAN-Code-Scanner (lässt sich auch für den Einkaufszettel verwenden und ließ bei mir zuverlässig die App abstürzen) und einen Filialfinder (gut gemacht). Alles in allem eine runde Sache, wenn da nicht der fehlerhafte Scanner wäre. Ich hätte gern getestet, ob mir der Scanner im Laden Produktinfos, Preise oder vielleicht etwas ganz anderes gezeigt hätte.

Nach dem Bezahlen landet ein virtueller Kassenbon in der App, auf dem auch eventuelle Vergünstigungen durch Coupons vermerkt sind. Dieser Bon landet auch per Mail im Postfach der angegebenen E-Mailadresse.

Fazit: Man muss sich entscheiden, wem man seine Daten anvertraut. Ist es die Bank, der Bezahldienstleister der Post, Payback oder doch lieber gar keinem. Die neue Bezahlmethode ist sicherlich nicht die datensparsamste, aber eine echt praktische. Ich bin gespannt, ob in Zukunft mehr Coupons verfügbar sind und ob Netto den Schritt geht, seine Kassenbereiche mit WLAN auszustatten (es reicht ja eine Firewall mit genau einem Whitelisteintrag, damit niemand an der Kasse Youtube-Videos guckt 😉 ). Für Menschen wie mich, die normalerweise keine UMTS-Flatrate haben, ist das mobile Bezahlen ansonsten vermutlich teurer als die Ersparnis (auch wenn Zeit manchmal nicht mit Gold aufzuwiegen ist). Eine Verbesserung der Usability der aktuellen Angebote wäre schön, denn im Momentanen Zustand sind sie kaum zu gebrauchen. Den unverschlüsselten Versand der Kassenzettel per E-Mail ist allerdings ein Faktor, der mir sauer aufstößt, vor allem, weil man ihn weder in der App noch auf www.my-netto.de abstellen kann.  Bei der Übertragung aufs Handy hoffe ich inständig, dass die gesamte Kommunikation zwischen Netto und der App verschlüsselt abläuft – auch der Kassenzettelversand.

PS: Testgerät war ein HTC Wildfire mit CyanogenMod 7.2.

Weitere Tests und Infos: Test von Thorsten Maue, Heise-Artikel, … tbc.

Nachschlag: Wildfire + CM7.2 mit mehr App-Speicherplatz

Nachdem ich gestern über  das Aufspielen von CyanogenMod 7.2 auf das Wildfire berichtet habe, kommt nun eigentlich das Beste zum Schluss. Durch einen Trick ist es möglich, den mageren Speicherplatz für Apps (so um die 130 MB) etwas zu erweitern.

Das ganze sollte man sich am besten vor dem Flashen von CM überlegen und gut vorbereitet sein.

Der Speicherplatz wird von der SD-Karte abgezwackt, was bedeutet, dass sie einerseits nicht zu klein, andererseits nicht zu langsam sein sollte. 4 GB und Class 4 sollten es schon sein, mein Wildfire läuft mit 8GB und Class 6.

Nun muss die Karte formatiert werden (das kann z.B. mit der gParted-LiveCD geschehen oder mit jeden anderen Partitionierungstool, das Partitionen mit dem Dateisystem ext4 formatieren kann):

  1. Partition:  Dateisystem: fat32 | Größe: komplette SD-Karte minus 1,5 GB (vielleicht ist auch mehr möglich)
  2. Partition: Dateisystem: ext4 | Größe: 1,5 GB
  3. Partition: (falls auch noch der Cache/swap ausgelagert werden soll, dann: ) Dateisystem Linux Swap | Größe: 256 MB (sollten mehr als genug sein)

Wo die SD-Karte sowieso schon im Computer steckt, können auch gleich ein paar Dateien drauf (auf die erste Partition, also die von Windows lesbare 😉 ):

  • cm-7.2.0-buzz.zip (von hier)
  • Mounts2SD_Ext4_2.2.0.zip (von hier)
  • gapps-gb-20110828-signed.zip (von hier)

Danach kommt die SD-Karte wieder ins Telefon. Nun kommt das Booten ins Clockwork Recovery wie hier in Punkt 9 beschrieben. Dann kann ein Backup via nandroid gemacht und danach alles gelöscht werden (wipe data/factory reset und wipe cache partition sowie im advanced Unterpunkt Wipe Dalvik Cache und Wipe Battery Stats).

Jetzt sind die Vorbereitungen abgeschlossen und es kann losgehen. Unter install zip from sdcard wird mit choose zip from sdcard als erstes cm-7.2.0-buzz.zip ausgewählt und installiert. Nach dem flashen erlaubt man mit einem reboot den System sich zu akklimatisieren. Wichtig ist hierbei, dass in dieser Phase nichts installiert oder groß konfiguriert wird. Dann wieder ins Clockwork Recovery und Mounts2SD_Ext4_2.2.0.zip auf die gleiche Weise wie CM installieren. Wieder ein Reboot.

Tada! Es erscheint im App-Drawer eine App namens Mount2SD in der hoffentlich ein grüne Punkt oben rechts zu sehen ist, der  den Erfolg der Aktion verkündet. Damit die Apps jetzt auch tatsächlich auf der SD-Karte landen, muss unter Einstellungen » CyanogenMod » Anwendungen » Installationsort Extern ausgewählt werden.

Nach einem erneuten Reboot ins Clockwork Recovery können nun die Googleapps mittels  install zip from sdcard und choose zip from sdcard installiert werden.

CyanogenMod 7.2 auf dem HTC Wildfire

Vor ein paar Tagen habe ich es endlich gewagt, mich ans Flashen meines Smartphones zu wagen. Weil es diverse Anleitungen gibt und das Wildfire vermutlich nicht mehr sooo verbreitet ist, wollte ich eigentlich nicht darüber bloggen, aber es kam eine Nachfrage auf Twitter, deshalb…

Einen guten Überblick gibt dieser Forenthread und natürlich die Anleitung direkt bei CyanogenMod. Um es kurz zu machen:

  1. Auf dem Wildfire USB-Debugging anschalten (Einstellungen -> Apps -> Entwicklung [hoffe ich])*
  2. Wildfire ausschalten, dann Leiser-Knopf gedrückt halten und Einschaltknopf drücken -> hboot-Version muss 1.01.001 sein, bei einer 2 am Ende bitte erst auf 001 downgraden
  3. Revolutionary herunterladen und einen Beta-Key mit der Seriennummer deines Wildfires generieren
  4. Wildfire sicherheitshalber nochmal neu starten und an den USB-Port stöpseln
  5. Revolutionary in der Commandline/Shell starten, BetaKey eintragen
  6. Mit ein bisschen Glück ist das Wildfire jetzt S-Off
  7. Die Nachfrage ob das Clockwork Recovery installiert werden soll mit Ja bestätigen (hier klappte bei mir der Download nicht, was äußerst lange Nacharbeiten nach sich gezogen hat)**
  8. Wenn alles bis hierher geklappt hat, kann man nun die passende Version von CyanogenMod herunter- und auf die Micro-SDKarte raufladen (das geht auch unter Windows wunderbar, man muss dafür nicht adb bemühen)                        – zu mehr App-Speicherplatz geht es hier lang-
  9. Dann Wildfire neustarten und dabei wieder die Leiser-Taste gedrückt halten. Dann ein Druck auf Leiser und danach auf Power (also Recovery auswählen). Jetzt sollte der Clockwork Recovery Manager geladen werden.
  10. Hier kann nun per „install zip from sdcard“ das heruntergeladene Image von CyanogenMod aufgespielt werden (Navigation: Lauter/Leiser = hoch/runter, Power = Zurück, „Jogdial“ [unter Menü und zurück] = Auswählen). Auf die gleiche Weise können die Google-Apps installiert werden (GApps hier herunterladen, zip auf SDKarte und dann „install from sdcard“)
  11. Booten und Beten

Ein anderer Weg (ab Punkt 6) ist das Rooten des Smartphones per Gingerbreak (Anleitung Punkt 4) und die Installation von Rom Manager via Google Play (anschließend kann man das Clockwork Recovery und CM auch von dort aus installieren**).

Meine Wege zu CM waren verschlungen und führten oft genug zu einem schwarzen Bildschirm mit Warndreieck, aber letztendlich hat es sich doch gelohnt. Hätte ich einige Zusammenhänge, Dateien und Informationen vorher präsent gehabt, wäre es um einiges einfacher gewesen.

Nach ein paar Tagen Benutzung kann ich Folgendes sagen: CyanogenMod 7.2 (=Android 2.3.7) läuft flüssig und stabil, gefühlt etwas schneller als das Android von HTC. Die von mir viel genutzte Funktion des USB-Tetherings ist leider tief in die Menüs reingerutscht und wird nicht mehr beim Anschluss eines USB-Kabels angeboten (kann ich verschmerzen). Dafür kann man so ziemlich alles konfigurieren, von der Statusleiste, ober das Dock (man kann es auch ganz abschalten) bis hin zu den Energieeinstellungen im Benachrichtigungs-Slidedown). Auch die im Gegensatz zur Android 2.2-Version von HTC hinzugekommene Funktion des VoIP-Anrufs ohne zusätzliche App ist sehr praktisch (besonders, weil ich als 1&1-VoIP-Kunde überall „Festnetz“-Gespräche führen kann, wo ich schnelles Internet habe).  Was ich besonders gut finde ist, die Rootumgebung (ja, ich weiß, die hätte ich einfacher haben können 😉 ), die es z.B. erlaubt einige ungenutzte GoogleApps zu löschen und Berechtigungen von Apps zu manipulieren.

Einen Fallstrick möchte ich nicht unerwähnt lassen: Mit Themes sollte man sehr vorsichtig sein, ein kaputtes Theme führt zum Absturz der Standardumgebung ADW-Launcher, was mangels Ausweich-Launches zur Unbenutzbarkeit führen kann. Mir konnte nicht mal der Abgesicherte Modus helfen.

Nachtrag 12.4.13: Im täglichen Gebrauch habe ich einen Bug eintdeckt, den es auszutreiben galt: Das GPS wollte nicht. Um das zum laufen zu kriegen, musste ich hier die buzz.radio-3.35.20.10-signed.zip herunterladen, entpacken, und die radio.img mittels Terminal und fastboot (beschrieben unter **) mit dem Befehl  fastboot flash radio radio.img installieren.

* Unter Ubuntu/Mint muss man eine udev-Regel anlegen, damit das Wildfire für diesen Prozess korrekt erkannt wird: $ sudo touch /etc/udev/rules.d/51-android.rules und in diese neu angelegte Datei folgendes eintragen: SUBSYSTEM=="usb", ATTR{idVendor}=="0bb4", MODE="0666", GROUP="plugdev"

** Wenn das  nicht funktioniert, lade dir das Clockwork Recovery-Image für das Wildfire herunter, benenne es in recovery.img um und installiert es mittels adb/fastboot (für Ubuntu/Mint gibt es ein passendes PPA ohne allzu viele Abhängigkeiten und ohne komplette SDK, unter Windows solltest du hier fündig werden) auf der Kommandozeile: „fastboot flash recovery recovery.img“ (ohne Anführungszeichen). Ausführlicher in der oben verlinkten Anleitung unter Punkt 3. Was dort als „Handy in den Fastboot-Modus starten“ genannt ist funktioniert folgendermaßen: Wildfire neustarten und dabei die Leiser-Taste gedrückt halten. Nach dem „Booten“ noch einmal auf die Powertaste drücken.

Lernen, lernen, lernen

AnkiDroid 2

AnkiDroid 2 – Übersicht über die Stapel

Ich persönlich mag ja meine guten alten Papier-Lernkarten. Sie haben mich durch das Hebraicum, das Graecum und sogar durch die Zwischenprüfung gebracht. Am liebsten mag ich sie in ganz klein (ich glaube das ist A8), weil sie so leicht zu transportieren sind. Mittlerweile habe ich jedoch durch mein Archos Tablet etwa A5 große Lernkarten, aber das macht nichts, denn das Tablet, habe ich eh immer zum Lesen mit dabei. Besser noch, einige clevere Apps errechnen sogar, wann eine Karte wiederholt werden muss, um damit sie optimal gelernt wird. Eins dieser Apps möchte ich euch heute vorstellen: AnkidDroid.

AnkiDroid hat den großen Vorteil, dass man nicht nur unter Android arbeiten (Karten erstellen und lernen) kann, dass sondern seine Daten beliebig mit seinem Desktop-PC/MAC und sogar seien iOS-Gerät synchronisieren kann (das gilt sowohl für die Karten selbst, als auch für den aktuellen Lernstand). Für alle gängigen Betriebssysteme gibt es Programme und auch für die Browserfreunde (oder diejenigen, die immer unterwegs sind) ist gesorgt. Vor allem diese Plattformunabhängigkeit und die problemlose Unterstützung von hebräischen Zeichen haben mich dazu bewogen AnkiDroid den anderen Apps vorzuziehen.

AnkiDroid 2 Lernkarte

Die offene Ansicht einer Lernkarte die schon oft nicht gewusst wurde. Hier gibt es nur noch die Auswahl „Gut“ und „Nochmal“…

Anki 2

Weil ich testfreudig bin und weil ich gerne etwas hübsches benutze, habe ich mich für die Version 2 von AnkiDroid entscheiden, die sich noch im Betastadium befindet. Das merkt man hin und wieder an einem nicht enden wollenden Startbildschirm oder an Problemen mit griechischen Schriftzeichen (mit Spiritus und Akzent). Ansonsten macht das chlichte, aber schicke Design, das auch an Tablets angepasst ist, einfach Spass. Ein weiterer Vorteil der gesamten Anki 2 Familie ist die SSL-Verschlüsselung der Onlineversion. So geht auch beim syncen in ungesicherten Wlans kein Passwort verloren. Wer ebenfalls mutig genug ist, sich an die Beta-Software heran zu wagen, kann sie sich hier herunterladen und mit der entsprechenden Einstellung (unter Android 4.0 „Einstellungen“ -> „Sicherheit“ ->“Installation von Nicht-Market-Apps zulassen“) installieren. Sie wird von internen „Paketmanager“ als Update der Version 1.x erkannt, und ersetzt die alte Version entsprechend. Wenn alles geklappt hat, verwandelt sich der blaue Stern im Icon in einen roten. Bevor man nun AnkiDroid2 startet, sollte man auf Nummer sicher gehen und die Lernkarten online umwandeln (denn die Onlineversion von Anki 2 ist kein Beta mehr). Wegen der Änderung der Datenspeicherung muss natürlich auch die Desktop-Installation ein Update auf Version 2 bekommen. In den Ubuntu 12.04-Quellen ist noch Version 1.x vertreten, es wir aber auf der Anki-Homepage ein (stabiles!) Debian-Paket zur Verfügung gestellt. Die Konvertierung der Lernkarten verlief selbst bei komplexen Karten ohne Probleme und die anschließende Synchronisation (sprich der Download auf das Tablet) verlief ohne Auffälligkeiten.

AnkiDroid 2 Lernkarte beim Bearbeiten

Hier die (sehr komplexe) Lernkarte im Bearbeiten-Modus. Normal gibt es hier genau zwei Felder: Vorderseite und Rückseite 🙂

Lernen mit Stil

Jetzt kann es also ans Lernen gehen, vorrausgesetzt, man hat schon online oder auf dem Desktop Datensätze angelegt. Wenn nicht, ist das auch kein Problem. Entweder erstellt man sie selbst, oder man hat Glück und findet passende Karten im Onlineverzeichnis. Ein solcher Glückfall war für mich ein Set zu einem Kirchengeschichtsrepititorium und natürlich Vokabelkarten für Griechisch und Hebräisch.

Die Karten kann man direkt auf dem Tablet anpassen. So konnte ich bei den Hebräisch-Englisch-Karten einige mit der deutschen Übersetzung versehen. Wie viele Karten an einem Tag gelernt und wiederholt werden sollen, legt man in sogenannten Konfigurationssets fest. Momentan kann man diese nicht in AnkiDroid2 erstellen, aber diese Funktion ist wohl in Vorbereitung. Jedem Kartenstapel teilt man ein Konfigurationsset zu. Die Funktion mag für Menschen, die viele Stapel mit unterschiedlichen Lernpensen gleichzeitig bearbeiten Sinn machen, ich finde sie unnötig für mein momentanes Einsatzgebiet. Beim Lernen kann man bewerten, wie schwer die Karte war. Entsprechend der Antwort wird die Karte zu einem späteren Zeitpinkt wiederholt. Es gibt auch Einstellungen für sogenannte Lernbremsen, also Karten, die man ein paar mal hintereinander nicht gelernt hat. Der Nacht-Modus und ein Widget mit den heute zu lernenden Karten und dem erwarteten Zeitaufwand runden die Funktionsvielfalt ab. Eine sehr praktische, leider noch nicht benutzbare, Funktion sicht direkt aus den Lernkarten heraus ein Wort in Onlinewörterbüchern.

AnkiDroid 2 Zentrierung

Die Zentrierung kann manchmal nerven.

Der Gestaltungsmöglichkeit der Lernkarten sind zwar Grenzen gesetzt, allerdings kann man recht anschauliche Exemplare erstellen, wenn man ein wenig html beherrscht. Listen mit Nummern und Bullets beispielsweise beherrscht Anki im Schlaf. Leider zeigt sich hier ein gewisser Hang zu einer zentrierten Ausrichtung, den ich noch nicht ändern konnte. Eine tolle Funktion wäre es,  eine generelle Ausrichtung pro Stapel festlegen zu können. Ansonsten bin ich rundum zufrieden mit diesem OpenSource-Tool, ich habe selten so viel und intensiv gelernt (ok, das mag jetzt auch an der Examensvorbereitung liegen).

iAnnotatePDF – der Name ist Programm

Markierter Text unter Android

So kann/soll es aussehen! 😉

Eine Methode Texte zu erfassen ist das Makieren der wichtigsten Stellen. Dass das nicht nur auf Papier geht, ist ein Glücksfall für mich und ein Grund, warum ich bereit war, mich auf das Experiment Tablet und Studium einzulassen.

Im Android Market (bzw. Google Play) gibt es leider weniger Auswahl an passenden Apps, als ich mir das gewünscht hätte. Mir war besonders wichtig, dass ich einfach und schnell (wie mit einem Textmarker) die gelesenen Texte markieren kann, ohne mich in irgendwelchen Untermenüs zu verirren. Dazu wäre eine Funktion für Anmerkungen schön, gerne per Tastatur, wenn es nicht anders geht auch handschriftlich. Bei einem Tablet mit stiftfreundlichem Display wäre wohl eine handschriftliche Kommentarfunktion wichtiger.

Ein kostenloser Vertreter, die ich in dem Wust von PDF-Apps gefunden habe, ist iAnnotatePDF von der Firma Branchfire. Wie der Name schon sagt, ist die App nicht auf das Verwalten von Büchern und deren Darstellung spezialisiert, sondern auf das Markieren und Kommentieren. Man hat zwar die Option, seine PDFs in einen Extra „iA-Ordner“ zu packen und so direkter darauf zugreifen zu können, aber eine ausgefeilte, wie sie von eBook-Apps bekannt ist, sucht man hier vergebens. Die braucht man meiner Meinung aber auch nicht, denn die „Recent PDFs“-Übersicht und die Möglichkeite jedes PSD im Dateimanager mit iA zu öffenen, reicht für den Alltag völlig aus.

linke Seitenleiste iA

Übersicht über die Markierungen und Anmerkungen

Die Farben für die Markierfunktion (sowie für die Zeichenfunktion und die Kommentare) sind frei wählbar, sodass man auch innerhalb eines Dokuments etwa verschiedene Standpunkte oder Bearbeitungsstufen hervorheben kann. Auch Unterstreichungen und Durchstreichungen sind in verschiedenen Farben möglich. Bei ausgeklappter Werkzeugleiste (rechte Seite) reicht eine Berührung des Textmarkersymbols aus, um in den Markiermodus zu kommen. Über das erscheinende Dialogfeld am oberen rechten Rand können falsche Markierungen direkt rückgängig gemacht werden (hier ist iA wesentlich schneller zu bedienen als etwa der Adobe Reader). In der Werkzeugleiste findet man darüber hinaus noch einen Antiscrollbutton, der das Dokument (zumindest relativ) ruhig hält und einige andere hilfreiche Funktionen. Auch die linke Seitenleiste hat es in sich. Hier befindet sich nicht nur die aus dem Adobe Reader bekannte Übersicht über die Seiten und Kapitel, sondern auch eine Suche (die auf meinem Arhos Tablet, wer weiß warum, nicht richtig angezeigt wird und deshalb nicht bedienbar ist) und eine Übersicht über alle Markierungen, Unter- und Durchstreichungen und Kommentare. Der jeweils markierte Text wird mit Farbe und benutztem Werkzeug angezeigt (siehe Bild).

Die Reiterfunktion, und damit die Möglichkeit schnell zwischen zwei (bis vier) Dokumenten hin und her springen zu können runden die Funktionsvielfalt ab und liefern damit (wenn ich es nicht bei den anderen Apps übersehen habe) ein Alleinstellungsmerkmal.

iA in Action

iA in Action

Leider ist die Suchfunktion nicht der einzige Grund zur Kritik. Die Oberfläche reagiert teilweise recht Träge, besonders beim Schließen von Tabs und beim Wechsel vom  Bearbeitenmodus zurück in den Lese/Scrollmodus. Wenn es ganz schlimm wird, hilft zwar ein kurzer Druck auf den Homebutton und ein erneuter Aufruf von iA, was aber auf Dauer echt nervig ist. So träge, dass man zu solchen Extremmaßnahmen greifen muss ist iA allerdings nur selten, ich konnte leider noch kein Muster für die Unterschiede in der Performance erkennen.  Ein wichtiger Kritikpunkt (den ich in einer der Market-Bewertungen gefunden habe und reproduzieren konnte) ist jedoch weit schlimmer für bestimmte Anwendungsfälle: Nach der Bearbeitung von iA lassen sich Dokumente von einigen Desktop-PDF-Programmen nicht mehr öffnen.

Trotz dieser Macken (und der im Gegensatz zur gleichnamigen iOS-App „fehlenden“ Funktionen) ist iA für meine Zwecke ein gutes Hilfsmittel. Ob es sich allerdings mit diesen Einschränkungen auf Dauer gegen den Platzhirsch Adobe Reader behaupten kann, bleibt abzuwarten und hängt von den nächsten (hoffentlich bald veröffentlichten) Updates ab.

Mein Examensbegleiter

Dass Studierende in der Examensvorbereitung vor allem kopieren, lesen und lernen, ist wohl nicht wirklich etwas neues. Da es für mich jetzt langsam aufs Examen zugeht, stand ich vor einer Frage, die sich im Fach Theologie vermutlich nur die wenigsten stellen: Soll ich viel Geld in tausende Kopien, Lernkarten und Zettelkästen stecken, oder das gleiche Geld in ein Tablet anlegen und das ganze digital versuchen? Wer mich kennt, kann es ahnen – ich habe mich für letzteres entschieden und lasse ich damit auf ein Experiment ein. Ich mache mich nicht nur abhängig von Soft- und Hardware, sondern begebe ich mich auch in eine wunderbare Welt mit Suchfunktion.

Ich habe mich für das recht erschwingliche Archos 80 G9 entschieden (mit dem ich schon lange geliebäugelt habe), das mit seinem 4:3-Display Din A5 fast in Originalgröße darstellen kann. Darüber hinaus verfügt es über USB-Anschluss an dem auch USB-Sticks arbeiten, einen zügigen Zweikern-Prozessor und (für die Pausen) über einen Mini-HDMI-Anschluß. Darüber hinaus lässt sich mittels eines speziellen UMTS-Sticks auch mobiles Internet auf das Tablet bringen. Diese Option bleibt für mich erst einmal ungenutzt, der Hauptzweck meines G9s soll ja die Lernerei und Leserei sein. Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass Archos seine Geräte nicht hermetisch abriegelt und es in Zukunft durchaus vorkommen kann, dass auf meinem G9 nicht mehr (nur) Android laufen wird. Danke Archos für eure wenigstens halbwegs offene Hardware!

Archos 80 G9

Das Archos 80 G9 mit dem Biblical Hebrew Vocabulary

Schon vor dem Bestellen galt es zu überprüfen, ob sich überhaupt geeignete Apps in den App-Stores finden ließen. Ganze drei Vokabeltrainer zum Hebräisch lernen wurden angeboten, diverse Lernkarten-Apps und zahlreiche PDF-Betrachter warten noch auf den Tauglichkeitstest.

Meinen Lieblings-Vokabeltrainer für Hebräisch habe ich schon gefunden: Biblical Hebrew Vocabulary bietet zwei Vokabelkarteien zur Auswahl, von denen eine die 600 häufigsten Wörter im Alten Testament zum Lernen anbietet. Darüber hinaus kann man nicht gewusste Vokabeln zu einer sogenannten Review-Liste hinzufügen. Leider bietet die App nicht die zahlreichen Möglichkeiten „normaler“ Lernkarten-Apps (verschiedene Lernstufen, neue Karteien anlegen, etc.) und bietet bei den Formen der einzelnen Vokabeln manche Überraschung, aber ich habe mich trotzdem in die Einfachheit der Darstellung verliebt. Ohne Schnickschnack bleibt halt mehr Hirnschmalz für die Vokabel. 😉

Meine Bedenken gegen das Lesen auf dem Bildschirm zerstreuten sich schnell. Natürlich ist es etwas anderes, als ein Buch in der Hand zu haben, aber gegen einen Stapel kopierte Seiten kommt das Tablet alle mal an. Die matte Displayschutzfolie ist sicher nicht ganz unschuldig daran. Was ich zum Lesen (und Textmarkern) für eine App benutze, könnt ihr beim nächsten Mal lesen.

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