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Archiv für die Kategorie ‘SocialMedia’

Lange nicht mehr gebloggt, oder?

Als ich heute auf das Datum des letzten Eintrags geguckt habe, kam mir sofort der Gedanke „Oh, lange nicht gebloggt! Du müsstest dringend mal wieder…“. Dann fiel mir ein, dass es gar nicht soooo lange her ist, allerdings sind die letzten Posts aus einem anderen Blog gelandet, deshalb hier zur Vorsicht die Links:

WhatsApp als Newslettersystem und Digitalisierung, Pfarrberuf und Gemeinde

Beides ist auf evangelippisch.de gelandet, dem neuen Blog der Lippischen Landeskirche.

Alltags-Tools für Bilder

Auf dem Barcamp Kirche Online sprach ich nicht nur bei einer Session über den Adventskalender auf Snapchat, sondern auch zwischendurch viel über Tools, Websites und Helferlein für den Alltag. Jan bat mich, ein paar davon hier vorzustellen. Da in einem Megartikel zu viel untergeht, wird es ein kleine Blog-Serie. Dieses Mal gibt es das Thema: Bilder.

 

Tineye.com – Die Rückwärts-Bildersuche. Für mein Psalm 23-Heft und bei vielen anderen Gelegenheiten erwies sich eine akribische Suche nach Urhebern von Bildern als unbedingt notwendig. Nicht wenige Websites mit kostenlosen Bildern tummeln sich im Netz – aber welche Bilder davon sind geklaut? Ehrlich gesagt ist mir bis jetzt nur ein Fall untergekommen, bei dem ein Foto aus einer Bilddatenbank für lizenzfreie (oder CC0-lizensierte) Fotos auch noch lizenzpflichtig mit einem anderen Autorennamen bei einem kommerziellen Stock-Portal angeboten wurde. Trotzdem, hätte ich das nicht mittels Rückwärts-Bildersuche sowohl mit tineye.com als auch mit der Google-Bildersuche gecheckt, hätte ich jetzt mit Sicherheit ein Abmahnverfahren am Hals.

Bilder und Grafiken für lau. Immer wieder bin ich auf der Suche nach Grafiken und Fotos, die ich ohne rechtliche Probleme verwenden kann. Mittlerweile besitze ich ja zwei recht gute Kameras, was mich durchaus manchmal selbst auf die Suche nach einem passenden Motiv gehen lässt. Fehlt aber die Zeit, oder brauche ich etwas Besonderes, dann sind diese beiden Seiten meine Favoriten: unsplash.com und gratisography.com. Erstere sammelt von vielen Fotografen Fotos und hat eine Suchfunktion, letztere bietet Fotos mit einem besonderen Stil. Die Fotos von beiden Seiten sind lizenzfrei bzw. CC0-lizensiert, trotzdem lohnt sich zumindest bei unsplash für Vorsichtige ein Blick in die Rückwärts-Bildersuche. Ansonsten benutze ich gern die Google-Bildersuche mit der Zusatzeinstellung für Lizenzen. Für Grafiken/Cliparts benutze ich clker.com. Die Seite bietet lizenzfreie Grafiken im SVG- und PNG-Format. Die Qualität schwankt stark und manches wirkt altbacken. Trotzdem lande ich oft einen Glückstreffer.

qrcode.littleidiot.be – der QR-Code für Zwischendurch. Diese Seite liefert QR-Codes ganz nach Wunsch. Ob eine Visitenkarte, ein Link oder einfach Text, dieses Tool kann es. Eine Besonderheit ist, dass diese Seite auch QR-Codes im svg-Format ausgibt, also als Vektorgrafik, was ich schon öfters für Drucksachen brauchte.

GIMP, der Alleskönner – zumindest mit den passenden Erweiterungen. GIMP ist eine Bildbearbeitungssoftware für Windows, Linux und Mac. Die Funktionsvielfalt ist ähnlich erschlagend wie bei Photoshop und die Bedienung nicht immer einfach. Trotzdem ist dieses kostenlose Programm das meistgenutzte nach dem Webbrowser und Office. Um meine speziellen Anforderungen zu meistern braucht GIMP allerdings noch zwei Erweiterungen: Separate+ und Save for web. Ersteres erlaubt es mir druckfähige CMYK-TIFFs zu erstellen, letztere optimiert Bilder auf ihre Dateigröße hin, sodass sie auch mit schmalbandigen Internetanschlüssen zügig geladen werden können. Wie ihr die Erweiterungen installiert, ist je nach Betriebssystem verschieden, bemüht einfach die Suchmaschine eurer Wahl.

TinyPic – einfach Bilder verkleinern. Wer GIMP nur dafür öffnet, um ein Bild auf die passende Größe zu schrumpfen wird sich über das kleine Tool TinyPic als Alternative freuen. Einfach die gewünschte Bildgröße wählen, das Bild ins Programmfenster ziehen, fertig. (Als alter Linuxer benutze ich stattdessen natürlich convert auf der Kommendozeile 😉 )

Multi-Cam Livestreaming für kleines Geld

Was tun, wenn man einen MultiCam-Livestream machen will und dafür kein Budget hat? Improvisieren! Meine Lösung: Eine Kombination aus Webcam, Smartphone, Actioncam und der OpenSource Software OBS (Open Broadcaster Software – ich verwende die Version OBS Studio). Tatsächlich habe ich bis auf ein wenig Zeit genau 0€ in das System investiert, aber ich habe natürlich einen größeren Fundus an technischem Gerät zu Hause herum liegen. Selbst wenn ihr nichts außer einem halbwegs aktuellen Rechner habt, ist ein Livestream für kleines Geld möglich.

Exkurs: Warum nicht einfach mit Smartphone-Apps wie Periscope oder Bambuser? Weil dort keine Bauchbinden und eben keine Kamerawechsel möglich sind. Mein Anwendungsszenario sind Vorträge, Gottesdienste und  Podiumsdiskussionen, bei denen Sprecher wechseln und auch eine Totale zwischendurch sehr hilfreich ist.

Zentrale Schaltstelle ist ein Laptop mit OBS. OBS (Studio) läuft wunderbar unter Linux, OS X und Windows. Wie gut das Zusammenspiel mit den anderen Komponenten ist, hängt von den Treibern und Anschlüssen ab. Ich habe bspw. Probleme mit meinem kombinierten Audio-Ein/Ausgang (den ich für die Verwendung meines Mikrofons erst mit einem Adapter versehen muss) und meiner Actioncam SJ4000 (unter Linux läuft sie ohne Probleme als USB-Webcam und unter Windows stürzt sie ab).

OBS arbeitet mit Youtube, Facebook-Live und diversen anderen Streamingplattformen zusammen. Die Bedienung ist nicht immer ganz intuitiv, aber schnell erlernbar. Da ich euch hier nicht mit einer endlosen Slideshow von Screenshots zuballern will, habe ich die grundlegenden Funktionen per Video zusammengefasst (übrigens ist dieses Video per OBS aufgenommen, da OBS auch den Bildschirm und sogar einzelne Fenster abfilmen kann).

Zusätzlich zum Mikrofon und der Actioncam verwende ich noch eine Logitech C270 und im Notfall mein Android-Smartphones (per DroidCam in der Bezahlvariante). Für das Streaming in 720p braucht man schon einen ordentlichen Upstream (mein Versuch bei 1 MBit Upstream waren sehr dürftig). Hinzu solltet ihr eine Umgebung mit ausreichend Licht wählen, da die billigen Cams nicht besonders lichtstark sind. Für die Zukunft werde ich meine 3x4m Bühnenmolton (als Hintergrund) und meine zwei Softboxen mitnehmen. (Man mag kaum glauben, mit was für Hintergründen und was für Licht manche Veranstaltungen durchgeführt werden.) Wer auch bei schwierigen Aufnahmeverhältnissen eine bessere Bildqualität möchte, sollte sich mal die Webcam-Modelle von Logitech oder Microsoft für um die 100€ anschauen.

Mein Setup

Falls ihr kein gescheites Mikrofon, aber dafür einen Soundrecorder (wie etwa ein Zoom H2N) habt, könnt ihr auch den für eure Aufnahmen nutzen. Zumindest mein H2N kann als USB-Mikrofon genutzt werden.

Dieses einfache Setup mit billigen Komponenten kann beliebig nach oben aufgerüstet werden. OBS arbeitet auch mit HDMI-Capture-Cards zusammen, so dass ihr DSLRs und andere potente Kameras fürs Streaming benutzen könnt. Für die Zukunft plane ich für Konferenzsituationen noch ein Mischpult zwischen den Line-In/Mikrofoneingang und die Audioquelle einzubauen. Damit kann ich viele hochwertige Mikrofone gleichzeitig einsetzten und mir die ideale Audiomischung direkt per Kopfhörer zusammenstellen. (Ein großer Nachteil meines bisherigen Setups ist der nicht kontrollierbare Sound. Vielleicht ist dafür aber auch nur ein wenig mehr Herumprobieren nötig.)

Zum Schluß noch eine Auflistung der Komponenten mit ungefähren Preisen:

  • Logitech C270, Webcam (max. 1280×720) – ca. 30€
  • SJCAM SJ 4000, Actioncam (max. 1920×1080) – ca. 60-80€
  • DroidCamX (App und Software fürs Androisphone) – 4€
  • Takstar SGC-598, Shotgunmikrofon – ca. 30€
  • diverse Stative – 5-40€/Stück
  • aktives (!) USB-Verlängerungskabel, 10m – ca. 15€
  • diverse Adapter und Kabel – ca. 10€

Aber ganz ehrlich: Wenn es nichts hochoffizielles sein soll, benutzt das, was ihr da habt. Vielleicht kann eure DSLR ja per USB als Webcam genutzt werden, oder jemand im Bekanntenkreis hat zufällig eine ungenutzte Webcam irgendwo liegen. Denkt nur daran, dass der Ton mindestens 50% eines guten Streams ausmacht!
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Nachtrag: Wer es etwas hochwertiger möchte, sollte mal bei der Projektstelle social media der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern vorbei schauen.

Video-Equipment für die Arbeit

Um Videos zu drehen braucht man Technik: Kameras, Mikrofone, Stative und vieles mehr. Nach Wochen der Suche habe ich nun endlich mein Video-Equipment zusammen. Da ich jetzt zu 50% in der Öffentlichkeitsarbeit der Lippischen Landeskirche (Bereich: Social Media) tätig bin und ich Richtung Video/ Youtube gehen möchte, wurde neue Video-Technik einfach nötig. Eigentlich hatte ich nicht vor das groß zu bloggen, aber mich erreichten mehrere Bitten dies doch zu tun. Also: Viel Spaß euch Interessierten.

P1000018„Das kleine Besteck“

Da ich nicht immer mit dem kompletten Zeug durch die Gegend rennen möchte und auch weil ich für manche Drehs eine B-Roll haben will, brauchte ich etwas Kleines Leichtes zum Mitnehmen. Da sowieso der Kauf eines neuen Smartphones anstand, habe ich mich schweren Herzens gehen das FairPhone entschieden und das Telefon mit der besten Kamera im Test gekauft (es musste gleichzeitig noch einigermaßen erschwinglich sein). Die Wahl fiel auf das LG G4, das mittlerweile im Preis erträglich ist und mit der f1.8 Blende auch in dunklen Umgebungen recht ordentliche Bilder macht. Hinzu kommt die Möglichkeit im manuellen Modus auch Bilder als RAW zu speichern. Von den Bildern und den Möglichkeiten bin ich begeistert! Eine nette Zugabe bei Geräten in dieser Preisklasse war der zweite SIM-Slot, der bei zwei der zahlreichen Unterserien eingebaut ist. Dafür funktioniert zwar kein kabelloses Laden per Qi, aber so what! Dazu habe ich mir für ca. 50€ ein Set aus Shotgun-Mikrofon (Takstar SGC-598), LED-Licht (billig in China bestellt) und Handstativ zusammengestellt. (Das Handstativ kann man netterweise auch auf ein normales Stativ schrauben, wie auf dem Foo.) Da ich auch draußen arbeiten möchte, habe ich dann noch einen Fellwindschutz für das Shotgun-Mikrofon gekauft. Da ich keine Werbung machen möchte, sondern lediglich Beispiele zeigen will, verlinke ich hier nichts, im Zweifelsfall fragt einfach nach.

Das schöne ist, dass das externe Mikrofon sofort vom G4 erkannt wird und in der Kamera-App verwendet wird (im Gegensatz zu meinem Wiko Rainbow, dass sich nur mit einer anderen Kamera-App dazu überreden ließ). Auch Periscope nutzt das externe Mikrofon per default. In dunklen Räumen sollte man gerade für Periscope-Streams (in denen man ja nicht die grandiosen Einstellungen der Kamera-App nutzen kann) für ausreichend Licht sorgen.

 

grossessetup„Das große Besteck“

Lange hing ich beim Suchen an digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR) und hätte mir fast eine Canon EOS 70d gekauft (das Fokussystem ist grandios), allerdings ist es am Ende dann doch ein spiegelloses System geworden. Gerade bei Kirchens kann es entscheidend sein, möglichst lautlos zu fotografieren – und genau das gelingt mit DSLMs (auch Systemkameras genannt). Da kein Spiegel weggeklappt werden muss, können diese leichteren Geräte fast geräuschlos betrieben werden. Ein weiterer Vorteil, zumindest im Moment, ist die bessere Auflösung für Videos. Wo bei den meisten DSLRs nur FullHD mit 30 Bildern pro Sekunde möglich sind, können einige DSLMs schon in 4k bzw. uHD aufnehmen. So auch das Modell, wofür ich mich entschieden habe: Die Panasonic Lumix G70 (die internationale Variante heißt Lumix G7). Wechselobjektive, ISO-Einstellung, Belichtungszeiten,… letztlich bietet mir die G70 die meisten Möglichkeiten, die ich auch mit der EOS 70d gehabt hätte (mit meinem noch ausbaufähigen Können und Wissen) und ist dabei Video-technisch besser – und das bei einem vergleichbaren Preis. (Und ja, ich weiß, es ist nur ein MicroFourThird-Sensor und und und.) Als Objektiv habe ich das 18-140mm dabei, das auch für Fotos mit dem großen Zoom bestens geeignet ist. Unverzichtbar war übrigens die Wlan-Funktion und die passende App fürs Handy. Damit kann ich einerseits die Kamera einstellen und auslösen, andererseits auch Fotos direkt aufs Handy übertragen und sie in die Social Media Kanäle posten. Ach ja, bevor ich es vergesse: Fotokameras als Videokameras zu verwenden hat einen Nachteil: Sie nehmen nur 30 Minuten am Stück auf!

Für einen sicheren Stand sorgt das Manfrotto 290 light mit dem wunderbar weichen Manfrotto MVH500AH Videokopf. Das Gespann ist die Ruhe in Person – auch wenn ich das nicht erwartet hätte (als Laie hätte ich bei der Bauweise ein konstruktionsbedingte Instabilität erwartet, aber ich lasse mich ja gern korrigieren).

In Sachen Ton habe ich das Røde Video Mic Pro* gewählt, nachdem ich mich durch Stunden von Vergleichsaufnahmen gequält habe. Für den Preis und für meine Anwendung wohl der beste Kompromiss. Dazu kommt ein Røde Micro Boom Pole – also eine Ton-Angel, auf die das Mikrofon aufgesteckt werden kann, wenn man denn entsprechend genug Menschen für die Bedienung hat. Das Mikrofon wird im großen Setup in ein Zoom H2N gesteckt und über einen Kopfhörer simultan kontrolliert (beides war schon privat vorhanden).

KleinkramDazu kommt dann noch Kleinkram wie eine sehr schnelle SD-Karte (jaja, 4k sind eine Menge Daten, die zeitnah geschrieben werden wollen!) ein Rucksack und ein UV-Filter als Linsenschutz. Ein zweiter Akku schafft genug Luft für lange Dreh-Sessions. Für die Ton-Front habe ich mir zusätzlich ein paar Adapter gekauft, die es mir erlauben an der Ton-Angel das Mikrofon zu drehen oder es von vorn herein auf einen gewöhnlichen Mikrofonständer zu setzen (falls man kein Ton-Mann bzw. Ton-Frau da ist).

Was sonst noch in meinem Gepäck für ein Shooting dabei ist, gibt’s ein anderes Mal. Wie sieht euer Setup aus? Was wären/sind eure Traumprojekte mit so einem Equipment?

Und liebe Lipper: Was möchtet ihr mit mir gemeinsam Verrücktes mit dem Zeug anstellen? Habt ihr Ideen?

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*Als ich beim Händler die bestellten Sachen abholte, hatte ich plötzlich das rund 50€ teurere Stereo Video Mic Pro in der Hand – eine schöne Überraschung – vor allem, weil wir uns bei der Bestellung auf einen Endpreis für alles zusammen geeinigt hatten.

Twitterwalls für verschiedene Anlässe

Das Examen ist geschafft, der Gemeindealltag holt mich langsam wieder ein. Ich habe also Zeit meine Mails zu beantworten, die manch interessante Frage an mich herantragen. Da ich gerade sonst nichts zu bloggen habe, wird meine Antwort auf die letzte Mail einfach mal zweitverwendet: 😉

Hallo Wolfgang, kannst du mir sagen, wie eine Twitterwall funktioniert? Ist das sehr kompliziert? Ich würde gern in einer kirchlichen Veranstaltung damit arbeiten? Ist das dann öffentlich?

Twitterwalls sind letztlich nur eine angenehmere Darstellung als die twittereigene Suche. Also ein Dienst, der bei Twitter nach bestimmten Kriterien (meist ein Hashtag) Tweets abgreift und sie hübsch darstellt.

Es gibt diverse Anbieter mit bestimmten Eigenheiten. Die meisten davon bieten die Möglichkeit, die Wall öffentlich darzustellen. Manche haben Zusatzfunktionen (z.B. Einbindung von Facebook-Posts in die Wall) und andere muss man erst gar nicht einrichten, sondern jeder kann auf den entsprechenden Dienst surfen und den Hashtag eingeben und erhält eine Twitterwall – unabhängig, ob sie jemand anderes vorher eingerichtet hat.

Je nachdem, was man mit der Twitterwall erreichen möchte, fällt dann auch die Auswahl auf verschiedene Anbieter.

Will man eine schöne Darstellung, bei der Reihenfolge und Vollständigkeit nicht so wichtig ist, eignet sich z.B. visibletweets.com gut.  (Vorsicht, die funktioniert nur mit dem Flash-Player.)

Will man einen Twittergottesdienst machen, in dem man die Kontrolle über die gezeigten Tweets braucht (oder haben möchte), dann muss die Wall moderierbar sein, wie walls.io (haben wir beim letzten Twittergottesdienst des Barcamp Kirche Online eingesetzt, weil alles sehr konfigurierbar war. Das hat aber leider auch 40€ für einen Monat gekostet) oder walloftweets.net (sieht gut aus, der Preis scheint verhandelbar zu sein). Wenn das Moderieren nicht so wichtig ist, und keine Bilder angezeigt werden müssen ist twijector.com eine Zwischenlösung, da es auch in der kostenlosen Version Tweets mit bestimmten Wörtern vor der Anzeige herausfiltert (ansonsten mit 149€ recht teuer). Ich würde für einen Twittergottesdienst (ohne Budget) vermutlich socialmediawall.me nehmen, da gibt es eine Stunde am Tag kostenlos (ein Tag kostet 9,99€) und man kann Tweets direkt auf der Wall ausblenden (und man hat zusätzlich noch eine Facebook- und Instagram-Anbindung).

Eine einfache Wall für Events ist etwas tweetwally.com (wenn ich das richtig sehe ist sie nicht sekundenaktuell, dafür aber auch für Mobilgeräte nutzbar) – Anmeldung über Twitterkonto und Mailadresse.

Letzter Tipp: Wenn viel mitgewittert werden soll, ist Tweetchat.com das Mittel der Wahl. Das zeigt keine Bilder an, aber man hat oben ein Eingabefeld zum Verfassen von Tweets. Außerdem hat man hier auch (zumindest für die eigene Ansicht – die ja Grundlage fürs gebeamte Bild sein kann) die Möglichkeit User zu blocken und damit auszublenden.

Funfact: Es gibt sogar SocialMedia-Walls, die auch auf SMS-Empfang eingerichtet sind. Leider (bei Kirchens sind wir ja nicht immer ganz modern…) sind diese Exemplare in der Regel richtig teuer. Um SMS trotzdem auf der Wall zu haben empfehle ich einen UMTS-Stick, der SMS empfangen kann und die man dann schnell in ein eigens dafür eingerichtetes Twitterkonto schieben kann.

So, jetzt habe ich (vermutlich) den Großteil von euch genug mit Trivialitäten gelangweilt, das nächste Mal wird’s wieder etwas weniger bodenständig. 🙂

 

Edit und PS: Habe ich deine Lieblingswall vergessen? Dann ab damit in die Kommentare!

Adventskalender auf Snapchat V – Rückblick und Ausblick

In einem Gespräch regte Christian Müller von Sozial-pr.net einen Zusammenschnitt aller Snaps unseres Adventskalender an. Meine Jugendlichen waren von der Idee begeistert und hier ist das (leider unter viel Zeitdruck entstandene) Ergebnis. Wenn ihr etwas ähnliches plant (und mehr Zeit habt), schaut euch mal InstaShot und dieses Video von Jenny an. Beides ist viel schöner als mein schwarzer Hintergrund. Ein bisschen Hintergrundmusik schadet bestimmt auch nicht.

Für Nicht-Snapchat-User arbeiten wir an einer Lösung ohne Anmeldung...

Kein Adventskalender mehr, aber trotzdem ein kirchlicher Kanal

Mit diesem Video und einem Zusammenschnitt des Feedbacks (den ich nicht veröffentlichen werde) schwelgten meine Jugendlichen und ich vorletzten Sonntag in Erinnerungen und planten, was es in Zukunft bei snap.church bei Snapchat zu sehen geben sollte. Aufgrund meines Examens ist eine große Aktion nicht möglich, da ich keine durchgängige Begleitung garantieren kann. Deshalb wurde eine wochenweise Verantwortlichkeit beschlossen, bei der eine bunte Mischung aus Alltag und Kirche zustande kommen soll. Dazu wurde eine besondere Aktion in der Woche vor Ostern verabredet, die jedoch erst im März genauer geplant werden kann.
Also, seid gespannt, das abonnieren lohnt sich weiterhin (übrigens auch ein Abo des YouTube-Kanals, aber da darf ich noch nicht mehr zu sagen… 🙂 )


Alle Teile der Serie:

I – Die Idee II – Vorbereitung III – Durchführung IV – Auswertung V – Rückblick und Ausblick


Wie Melina Sophie in die Predigt kam, oder: Die Kunst eine Gelegenheit beim Schopf zu packen

Eigentlich sollte der Gottesdienst am 24.1. ein ganz normaler Gottesdienst werden. Eigentlich. Am Ende wurde daraus eine Fusion aus agendarischem („traditionellem“) Gottesdienst und Jugendgottesdienst. Die Konfirmanden hatten in der Predigt einen WTF-Moment und der älteren Kundschaft hats auch gefallen.

Mitten im Examen sollte man sich eigentlich (← schon wieder dieses Wort😁) keine Extra-Arbeit aufladen, aber ich tue ja, was ich kann. Durch die Mobilitätsschwierigkeiten in meiner ländlichen Gemeinde traf es sich, dass eine Jugendliche nicht zum Nachtreffen des Snapchat-Adventskalenders kommen konnte. Da in ihrem Heimatdorf der erste meiner zwei Gottesdienste lag, konnte ich die direkt danach zum zweiten Gottesdienst im Nachbardorf mitnehmen – denn direkt im Anschluß fand das Nachtreffen statt. Halbernst schlug ich ihr vor, dass sie doch die Lesung machen könne, dann müsste sie im Gottesdienst nicht ganz so passiv sein. Unsere Kommunikation lief teils über eine Whatsapp-Gruppe, weswegen sich kurze Zeit später ein weiterer Jugendlicher meldete und beim Gottesdienst mitmachen wollte. Nach zwei weiteren Stunden waren wir zu viert und es wurde beschlossen die Lesung zu visualisieren (erste Idee: Legofiguren). Da die Perikopenreihen ja eher Richtlinien als Regeln sind, machte ich das Evangelium zum Predigt- und Lesungstext und so hatten wir das wunderbare Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg zum Bearbeiten.

Bezahlung der Tagelöhner

Bezahlung der Tagelöhner

Zufällig hatte ich ein paar biblische Figuren herumliegen, die dann von den Jugendlichen als Arbeitsgeräte gewählt wurden. Dazu eine Softbox, die wir schon für den Snapchat-Adventskalender genutzt hatten und ein Smartphone mit einigermaßen guter Kamera und fertig war eine Arbeitsgrundlage. Als wir dann zusammen saßen um die Bilder zu machen, wollten die Jugendlichen plötzlich mehr: Ja, warum nicht gleich den ganzen Gottesdienst planen! Sie suchten eifrig Lieder aus, wählten Psalm und Glaubensbekenntnis aus und gaben sich selbst Aufgaben im Gottesdienst. Die Fürbitten wurden einem nicht anwesenden Konfirmanden aufgetragen und mir blieb am Ende nur noch die Predigt und einige Kleinigkeiten.

Die beste Gelegenheit für diesen Gottesdienst bot sich allerdings, als am Freitag vorher Melina Sophie auf Snapchat folgendes Statement brachte:

Leb einfach dein Leben. Gönn vor allem anderen Menschen was! Ich versteh nicht, warum so viele das nicht können. Und mach das beste aus deinem eigene Leben.

melina

Leb‘ einfach dein Leben🎉❤
A video posted by Melinas Snaps👻 [ 9,8k😍 ] (@melinasophie.snapchat) on Jan 22, 2016 at 5:04am PST

Leider wusste ich nicht früh genug von Melinas Snaps auf Instagram und zusätzlich zickte meine Screenrecording-App rum (und mein jugendlicher Präsentationsbauer hatte keine Zeit mehr). Deshalb blieb es leider bei einem mündlichen Zitat an der Stelle in der Predigt wo es um den Neid der ersten Arbeiter ging, die nicht mehr als die letzten bekommen. Die Blicke der Konfirmanden, als ich Melinas Namen nannte waren einfach grandios. 😄

Quintessenz: Gelegenheit trotz etwa 3 Stunden mehr Arbeit beim Schopf gepackt, 4 Jugendlichen den Spaß am Gottesdienst machen beigebracht (oder vertieft), 4 Jugendlichen etwas zugetraut und ihnen Vertrauen geschenkt, diverse ganz neue Konfirmanden einen Gottesdienst gezeigt, der etwas mit ihrem Leben zu tun hatte, normalen Gottesdienstbesuchern einen fast normalen Gottesdienst geboten (ok, mit Leinwand und ein paar mehr Akteuren, aber sie waren trotzdem zufrieden), 4 Kirchenälteste glücklich gemacht, weil sie wegen der vielen Besucher mehr Stühle aufstellen mussten als geplant (Werbung durch die Jugendlichen + Werbung auf Facebook + ganz neue Konfi-Generation),…

Geplant war ein ganz normaler Gottesdienst… Sowas kann man sicherlich nicht jeden Sonntag machen, aber einmal im Monat bestimmt. Traut euren Jugendlichen etwas zu, dann haben die ihren Spaß und ihr auch. Gleichzeitig kommt eure Botschaft viel besser rüber, weil sie von fast Gleichaltrigen kommt – oder von den Kindern, oder den Enkeln.

Ein dickes Dankeschön an meine Jugendlichen, meine Vikariatsgemeinde (die so viele Experimente von mir aushält und auch noch gut findet) und Melina Sophie, die hiervon vermutlich nie etwas erfährt 😉. Nunja, wenn man große Theologen zitiert, erfahren die es ja auch nicht… 😜

Und bei euch so? Schnappt ihr euch dieGelegenheiten oder lasst ihr sie ziehen? Welche Gründe habt ihr für das eine oder das andere? Oder habt ihr gar kein Klima für Gelegenheiten? Oder keine Zeit? Lasst es mich wissen! Und habt immer den Mut zu experimentieren, denn das gehört zum Wesen der Kirche! (nach Ralf Kötter, Das Land ist hell und weit)

 

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