erlöst – vergnügt – befreit             mal kritisch – mal blauäugig – mal vergeekt

Der Raspberry Pi ist ein Kleincomputer, der ursprünglich für Bildungsaufgaben entwickelt wurde. In den letzten Jahren wurde er immer leistungsstärker und das macht ihn für meinen Alltag mittlerweile unverzichtbar. Ob mit Festplatte und Fernseher als Mediacenter, als Printserver, als Steuereinheit für meine DMX-Scheinwerfer, als Präsentationsrechner oder als Quelle für eine SocialWall auf dem Beamer. Letzteres erkläre ich hier beispielhaft für Christoph. 😉

Der Raspberry Pi 3+, der z. Zt. das aktuellste Modell ist, hat neben vier USB-Anschlüssen, einem Netzweranschluss und einem HDMI-Ausgang auch einen Anschluss für ein Kameramodul, sowie WLan und Bluetooth an Bord. Mit seinem Vierkernprozessor mit 1400 MHz und 1 GB RAM schafft er einiges an Arbeit weg und ist dabei mit Gehäuse kaum größer, als eine Zigarettenschachtel. Als Festspeicher kommt eine SD-Karte zum Einsatz.
Da der Pi einen ARM-Prozessor hat, kann man nicht ohne weiteres Windows installieren, aber das ist für viele Aufgaben völlig egal. Für ca. 35€ bekommt man dieses kleine Wunderwerk. Dazu sollte man noch ein paar Euro in ein Gehäuse investieren (und in eine SD-Karte, falls man keine zur Hand hat).

Der einfachste Weg ein Betriebssystem zu installieren ist das Tool NOOBS. Die Datei NOOBS_vx.x.zip wird entpackt und die Dateien auf eine frisch mit FAT32 formatierte SD-Karte kopiert (vielleicht ist euch dabei SD Formatter hilfreich). Dann muss nur noch Tastatur, Maus und Monitor/Fernseher angeschlossen werden und mit Strom über ein gängiges Micro-USB-Netzteil bootet der Pi in die NOOBS-Oberfläche. Dort wählt man die zu installierende Betriebssysteme aus (ich habe parallel LibreELEC – ein Mediacenter für meinen Fernseher und Raspbian – für SocialWalls auf meinem meistgenutzten Pi). Wenn ihr exotischere Betriebssysteme braucht, könnt ihr diese zu diesem Zeitpunkt auch nachladen (einen Internetanschluss vorausgesetzt). Wenn ihr mehr als ein Betriebssystem über NOOBS installiert, könnt ihr bei jedem Start des Pis auswählen was ihr booten möchtet. Tut ihr nichts, bootet das zuletzt gewählte System.

In LibreELEC könnt ihr euch selbst reinfuchsen, im Weiteren geht es um den Anwendungsfall SocialWall (oder Rechner für Büroarbeiten,…). Wenn Raspbian geboot ist, und ihr euch die Leiste oben nach unten denkt, habt ihr ein seltsam aussehendes „Windows“ vor. Startmenü, Benachrichtigungen und WLan-Symbol sind an gewohnter Stelle. Damit solltet ihr ab hier weiter kommen und eure Lieblings-SocialWall (meine ist walls.io) im Browser aufrufen können.

Eins jedoch fehlt noch: Der Raspberry Pi mit Raspbian schaltet den Bildschirm nach kurzer Zeit automatisch ab, so dass ohne einen Mausruckler o.ä. die Wall dunkel bleibt. Um das zu ändern gibt es diverse Lösungsansätze und manchmal ändert sich auch in der jeweiligen Raspbian-Version etwas. Die einfachste Lösung, die für mich funktioniert hat war folgende: Ich habe das Terminal aufgerufen und dort folgenden Befehl eingegeben:

sudo apt-get update && sudo apt install xscreensaver

Der Befehl aktualisiert die Software-Datenbank und installiert ein Programm namens xscreensaver. Dieses Programm ist danach im Startmenü unter Einstellungen -> Bildschirmschoner zu finden. Hier muss man nun im Menü „Modus“ links oben „Bildschirmschoner deaktivieren“ auswählen. Ab sofort sollte die Wall so lange laufen, wie ihr wollt. (Achtung! Wenn ihr Fernseher nutzt, kann es sein, dass dieser sich nach einer, zwei oder vier Stunden ohne Fernbedienungssignal automatisch abschaltet.)

Wenn ihr euren Raspberry Pi nicht bei dem Marktführer im Onlinehandel erwerben möchtet, empfehle ich den Sertronics-Shop und BuyZero. Meinen letzten Pi habe ich allerdings zu Messepreisen auf einer Maker-Faire erstanden. 🙂

Hier die Links zu den oben erwähnten Dingen, die ich sonst so mit dem Pi tue:

  • mit Festplatte und Fernseher als Mediacenter LibreELEC (in NOOBS enthalten)
  • als Printserver für meinen 3D-Drucker: OctoPi (Tutorial in meinem 3D-Blog)
  • als Steuereinheit für meine DMX-Scheinwerfer: OLA
  • als Präsentationsrechner: einfach LibreOffice unter Raspbian nutzen

PS: Den Raspberry Pi gibt es auch in einer abgespeckten und dafür winzigen Variante (Pi Zero). Die Leistung ist so lala, aber für kleine Projekte ist er definitiv zu gebrauchen. Walls.io überfordert ihn leider.

PPS: Durch die in jeden Pi eingebaute GPIO-Leiste eignet er sich auch wunderbar zum Lernen von hardwarenaher Programmierung.

PPPS: Falls ihr mal die Tastatur zu Hause vergessen habt, könnt ihr Buchstaben kopieren, indem ihr sie wo anders auswählt und dann per Mittelklick einfügt. Wer gut vorbereitet sein möchte, legt sich ein Googledoc oder ein Etherpad an und setzt ein Lesezeichen im Browser des Pis. Dann könnt ihr bequem auf einem anderen Rechner tippen und auf dem Pi könnt ihr dann ganze URLs, Befehle oder Sätze kopieren.

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