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Twitterwalls für verschiedene Anlässe

Das Examen ist geschafft, der Gemeindealltag holt mich langsam wieder ein. Ich habe also Zeit meine Mails zu beantworten, die manch interessante Frage an mich herantragen. Da ich gerade sonst nichts zu bloggen habe, wird meine Antwort auf die letzte Mail einfach mal zweitverwendet: 😉

Hallo Wolfgang, kannst du mir sagen, wie eine Twitterwall funktioniert? Ist das sehr kompliziert? Ich würde gern in einer kirchlichen Veranstaltung damit arbeiten? Ist das dann öffentlich?

Twitterwalls sind letztlich nur eine angenehmere Darstellung als die twittereigene Suche. Also ein Dienst, der bei Twitter nach bestimmten Kriterien (meist ein Hashtag) Tweets abgreift und sie hübsch darstellt.

Es gibt diverse Anbieter mit bestimmten Eigenheiten. Die meisten davon bieten die Möglichkeit, die Wall öffentlich darzustellen. Manche haben Zusatzfunktionen (z.B. Einbindung von Facebook-Posts in die Wall) und andere muss man erst gar nicht einrichten, sondern jeder kann auf den entsprechenden Dienst surfen und den Hashtag eingeben und erhält eine Twitterwall – unabhängig, ob sie jemand anderes vorher eingerichtet hat.

Je nachdem, was man mit der Twitterwall erreichen möchte, fällt dann auch die Auswahl auf verschiedene Anbieter.

Will man eine schöne Darstellung, bei der Reihenfolge und Vollständigkeit nicht so wichtig ist, eignet sich z.B. visibletweets.com gut.  (Vorsicht, die funktioniert nur mit dem Flash-Player.)

Will man einen Twittergottesdienst machen, in dem man die Kontrolle über die gezeigten Tweets braucht (oder haben möchte), dann muss die Wall moderierbar sein, wie walls.io (haben wir beim letzten Twittergottesdienst des Barcamp Kirche Online eingesetzt, weil alles sehr konfigurierbar war. Das hat aber leider auch 40€ für einen Monat gekostet) oder walloftweets.net (sieht gut aus, der Preis scheint verhandelbar zu sein). Wenn das Moderieren nicht so wichtig ist, und keine Bilder angezeigt werden müssen ist twijector.com eine Zwischenlösung, da es auch in der kostenlosen Version Tweets mit bestimmten Wörtern vor der Anzeige herausfiltert (ansonsten mit 149€ recht teuer). Ich würde für einen Twittergottesdienst (ohne Budget) vermutlich socialmediawall.me nehmen, da gibt es eine Stunde am Tag kostenlos (ein Tag kostet 9,99€) und man kann Tweets direkt auf der Wall ausblenden (und man hat zusätzlich noch eine Facebook- und Instagram-Anbindung).

Eine einfache Wall für Events ist etwas tweetwally.com (wenn ich das richtig sehe ist sie nicht sekundenaktuell, dafür aber auch für Mobilgeräte nutzbar) – Anmeldung über Twitterkonto und Mailadresse.

Letzter Tipp: Wenn viel mitgewittert werden soll, ist Tweetchat.com das Mittel der Wahl. Das zeigt keine Bilder an, aber man hat oben ein Eingabefeld zum Verfassen von Tweets. Außerdem hat man hier auch (zumindest für die eigene Ansicht – die ja Grundlage fürs gebeamte Bild sein kann) die Möglichkeit User zu blocken und damit auszublenden.

Funfact: Es gibt sogar SocialMedia-Walls, die auch auf SMS-Empfang eingerichtet sind. Leider (bei Kirchens sind wir ja nicht immer ganz modern…) sind diese Exemplare in der Regel richtig teuer. Um SMS trotzdem auf der Wall zu haben empfehle ich einen UMTS-Stick, der SMS empfangen kann und die man dann schnell in ein eigens dafür eingerichtetes Twitterkonto schieben kann.

So, jetzt habe ich (vermutlich) den Großteil von euch genug mit Trivialitäten gelangweilt, das nächste Mal wird’s wieder etwas weniger bodenständig. 🙂

 

Edit und PS: Habe ich deine Lieblingswall vergessen? Dann ab damit in die Kommentare!

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Google+ und die Blogs

Der Blog, ein Urgestein des Web 2.0. Die Mikroblog-Bewegung konnte ihm nichts anhaben, Twitter und seine Ableger haben eher für noch mehr Hits gesorgt. Auch Facebook ist keine Konkurrenz, allein wegen der Begrenzung der Statustexte auf immerhin 420 Zeichen. Doch jetzt kommt Google+ mit (so weit ich gesehen habe) unbegrenztem Statustext im Stream. Die ersten Beiträge, die eine blogähnliche Länge haben geistern schon durch die Kreise.

Wird das ein neuer Trend? Werden in Zukunft immer mehr (kürzere und vielleicht auch längere) Blogeinträge auf Google+ landen, der Bequemlichkeit wegen? Vermutlich muss man hier zwischen den professionellen Bloggern und den Privatbloggern unterscheiden. Ein Robert Basic oder ein Sascha Lobo werden wohl kaum darauf verzichten wollen ihre eigene Internetpräsenz mit Statistiken und anderen Annehmlichkeiten zu betreiben, doch für die Privatblogger könnte Google+ zu einer praktischen Alternative werden. Wenn man sowieso schon eingeloggt ist und Links und Formatierungen in den Statustexten einfügen kann, warum nicht? Wenn es Google dann noch schafft einen googleeigenen Flattr-Ersatz für Statusupdates zu schaffen, könnte das das Ökosystem der Blogs nachhaltig verändern.

Ich bin von Google+ beeindruckt,aber trotzdem will ich weiter denken. Ein Gedankenanstoß: Wenn Google noch Hashtags einführt (und dadurch endgültig Twitter leerräumt), die Boggerszene aufmischt und Facebooknutzer in großem Stil zu Googleplus welchseln, ist Google dann irgendwann nicht nur Suchmaschinenmonopolist, sondern Internetmonopolist?

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