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Multi-Cam Livestreaming für kleines Geld

Was tun, wenn man einen MultiCam-Livestream machen will und dafür kein Budget hat? Improvisieren! Meine Lösung: Eine Kombination aus Webcam, Smartphone, Actioncam und der OpenSource Software OBS (Open Broadcaster Software – ich verwende die Version OBS Studio). Tatsächlich habe ich bis auf ein wenig Zeit genau 0€ in das System investiert, aber ich habe natürlich einen größeren Fundus an technischem Gerät zu Hause herum liegen. Selbst wenn ihr nichts außer einem halbwegs aktuellen Rechner habt, ist ein Livestream für kleines Geld möglich.

Exkurs: Warum nicht einfach mit Smartphone-Apps wie Periscope oder Bambuser? Weil dort keine Bauchbinden und eben keine Kamerawechsel möglich sind. Mein Anwendungsszenario sind Vorträge, Gottesdienste und  Podiumsdiskussionen, bei denen Sprecher wechseln und auch eine Totale zwischendurch sehr hilfreich ist.

Zentrale Schaltstelle ist ein Laptop mit OBS. OBS (Studio) läuft wunderbar unter Linux, OS X und Windows. Wie gut das Zusammenspiel mit den anderen Komponenten ist, hängt von den Treibern und Anschlüssen ab. Ich habe bspw. Probleme mit meinem kombinierten Audio-Ein/Ausgang (den ich für die Verwendung meines Mikrofons erst mit einem Adapter versehen muss) und meiner Actioncam SJ4000 (unter Linux läuft sie ohne Probleme als USB-Webcam und unter Windows stürzt sie ab).

OBS arbeitet mit Youtube, Facebook-Live und diversen anderen Streamingplattformen zusammen. Die Bedienung ist nicht immer ganz intuitiv, aber schnell erlernbar. Da ich euch hier nicht mit einer endlosen Slideshow von Screenshots zuballern will, habe ich die grundlegenden Funktionen per Video zusammengefasst (übrigens ist dieses Video per OBS aufgenommen, da OBS auch den Bildschirm und sogar einzelne Fenster abfilmen kann).

Zusätzlich zum Mikrofon und der Actioncam verwende ich noch eine Logitech C270 und im Notfall mein Android-Smartphones (per DroidCam in der Bezahlvariante). Für das Streaming in 720p braucht man schon einen ordentlichen Upstream (mein Versuch bei 1 MBit Upstream waren sehr dürftig). Hinzu solltet ihr eine Umgebung mit ausreichend Licht wählen, da die billigen Cams nicht besonders lichtstark sind. Für die Zukunft werde ich meine 3x4m Bühnenmolton (als Hintergrund) und meine zwei Softboxen mitnehmen. (Man mag kaum glauben, mit was für Hintergründen und was für Licht manche Veranstaltungen durchgeführt werden.) Wer auch bei schwierigen Aufnahmeverhältnissen eine bessere Bildqualität möchte, sollte sich mal die Webcam-Modelle von Logitech oder Microsoft für um die 100€ anschauen.

Mein Setup

Falls ihr kein gescheites Mikrofon, aber dafür einen Soundrecorder (wie etwa ein Zoom H2N) habt, könnt ihr auch den für eure Aufnahmen nutzen. Zumindest mein H2N kann als USB-Mikrofon genutzt werden.

Dieses einfache Setup mit billigen Komponenten kann beliebig nach oben aufgerüstet werden. OBS arbeitet auch mit HDMI-Capture-Cards zusammen, so dass ihr DSLRs und andere potente Kameras fürs Streaming benutzen könnt. Für die Zukunft plane ich für Konferenzsituationen noch ein Mischpult zwischen den Line-In/Mikrofoneingang und die Audioquelle einzubauen. Damit kann ich viele hochwertige Mikrofone gleichzeitig einsetzten und mir die ideale Audiomischung direkt per Kopfhörer zusammenstellen. (Ein großer Nachteil meines bisherigen Setups ist der nicht kontrollierbare Sound. Vielleicht ist dafür aber auch nur ein wenig mehr Herumprobieren nötig.)

Zum Schluß noch eine Auflistung der Komponenten mit ungefähren Preisen:

  • Logitech C270, Webcam (max. 1280×720) – ca. 30€
  • SJCAM SJ 4000, Actioncam (max. 1920×1080) – ca. 60-80€
  • DroidCamX (App und Software fürs Androisphone) – 4€
  • Takstar SGC-598, Shotgunmikrofon – ca. 30€
  • diverse Stative – 5-40€/Stück
  • aktives (!) USB-Verlängerungskabel, 10m – ca. 15€
  • diverse Adapter und Kabel – ca. 10€

Aber ganz ehrlich: Wenn es nichts hochoffizielles sein soll, benutzt das, was ihr da habt. Vielleicht kann eure DSLR ja per USB als Webcam genutzt werden, oder jemand im Bekanntenkreis hat zufällig eine ungenutzte Webcam irgendwo liegen. Denkt nur daran, dass der Ton mindestens 50% eines guten Streams ausmacht!
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Nachtrag: Wer es etwas hochwertiger möchte, sollte mal bei der Projektstelle social media der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern vorbei schauen.

Vortrags-Overkill

Was für ein Wochenende, das Barcamp OWL und das LUKi-Treffen waren nur zwei der Termine, die ich zur Auswahl hatte. Glücklicherweise startete das Barcamp schon Freitag früh, sodass ich wenigstens die ersten zwei Sessions mitnehmen konnte. Schon beim Frühstück wurde ich herzlich von einigen bekannten Gesichtern begrüßt, in der Vorstellungsrunde lernte ich dann viele neue Gesichter kennen. Es ist immer wieder schön, die Leute die man von Twitter oder G+ kennt, auch mal in natura zu sehen.
Die erste Session drehte sich um Social SEO von Thomas Kilian (Agenturleiter Thoxan). Die sicherlich wichtigste These zur Suchmaschinenoptimierung kam erstmal wenig überraschend: „Drei Dinge sind wichtig: Weiter lesen

Google+ und die Blogs

Der Blog, ein Urgestein des Web 2.0. Die Mikroblog-Bewegung konnte ihm nichts anhaben, Twitter und seine Ableger haben eher für noch mehr Hits gesorgt. Auch Facebook ist keine Konkurrenz, allein wegen der Begrenzung der Statustexte auf immerhin 420 Zeichen. Doch jetzt kommt Google+ mit (so weit ich gesehen habe) unbegrenztem Statustext im Stream. Die ersten Beiträge, die eine blogähnliche Länge haben geistern schon durch die Kreise.

Wird das ein neuer Trend? Werden in Zukunft immer mehr (kürzere und vielleicht auch längere) Blogeinträge auf Google+ landen, der Bequemlichkeit wegen? Vermutlich muss man hier zwischen den professionellen Bloggern und den Privatbloggern unterscheiden. Ein Robert Basic oder ein Sascha Lobo werden wohl kaum darauf verzichten wollen ihre eigene Internetpräsenz mit Statistiken und anderen Annehmlichkeiten zu betreiben, doch für die Privatblogger könnte Google+ zu einer praktischen Alternative werden. Wenn man sowieso schon eingeloggt ist und Links und Formatierungen in den Statustexten einfügen kann, warum nicht? Wenn es Google dann noch schafft einen googleeigenen Flattr-Ersatz für Statusupdates zu schaffen, könnte das das Ökosystem der Blogs nachhaltig verändern.

Ich bin von Google+ beeindruckt,aber trotzdem will ich weiter denken. Ein Gedankenanstoß: Wenn Google noch Hashtags einführt (und dadurch endgültig Twitter leerräumt), die Boggerszene aufmischt und Facebooknutzer in großem Stil zu Googleplus welchseln, ist Google dann irgendwann nicht nur Suchmaschinenmonopolist, sondern Internetmonopolist?

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