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Beiträge mit Schlagwort ‘OpenSource’

Einzelne Nutzer in Drupal über neue Kommentare informieren

Dass Drupal ein tolles Tool (Entwicklungsumgebung, CMS) ist, habe ich glaube ich schon mal erwähnt. Besonders gut gefällt mir, dass man mit den Kernmodulen und ein paar Extras so ziemlich alles erreichen kann.

Aufgabenstellung: Auf einer Website mit verschiedenen Personenseiten sind Kommentare zugelassen. Jeder Nutzer soll die Kommentare seiner eigenen Personenseite moderieren und entsprechend über neue Kommentare informiert werden.

Zutaten: Actions, Trigger, Token, „Kreativität“ 😉

Der Weg zum Ziel:  In den Actions wird eine Aktion „Mail senden“ angelegt. Um nicht unnötig Aufwand zu treiben, muss diese eine Aktion für alle User und Seiten reichen, da sonst jede neue Mailadresse eingepflegt werden müsste. Da Drupal mir nicht erlaubte das Token [comment:node] innerhalb der Mailadresse zu verwenden (in meinem Fall ist der node-Name = Vorname der Person und damit ohne weiteres verwendbar), musste ich eine andere Möglichkeit finden. Dummerweise funktionierte weder [node:author:mail] (hier wird beim Auslösen der Aktion vergeblich nach einem node gesucht, weil der Auslöser dieses Token nur beim Bearbeiten/Erstellen des Nodes erkennt), noch [comment:author:mail] (ich wollte schließlich keine Mail an den Kommentator schicken). Nach Durchsicht der übrigen Tokens kam mir die Idee, dass vielleicht noch ein anderes Token als Mailadresse erlaubt sein könnte und ich verband das vorgesehene [node:author:mail] mit einem „comment“: [comment:node:author:mail] und siehe da, es funktionierte. Jetzt muss ich nur noch dem entsprechenden Trigger die Aktion zuweisen und die jeweiligen Personen als Autoren ihrer eigenen Seiten eintragen und fertig.

PS: Dass ich gerade wieder eine Menge über Drupal lerne, verdanke ich übrigens Maria von tomatedesign.de #ilike

Friendica in der Jugendarbeit?

Friendica-LogoVor kurzem erreichte mich die Mail eines Jugendgruppenleiters, der sich für die Nutzung von Friendica im Rahmen seiner Arbeit interessiert. Er war durch einen Blogpost von Ralf Peter Reimann darauf aufmerksam geworden. Da die Fragen direkt aus der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kommen, möchte ich euch die Fragen (aus Datenschutzgründen leicht verfremdet) und meine Antworten nicht vorenthalten – zum einen, weil ich hier schon über Friendica geschrieben habe, zum anderen, weil ich selbst viele Jahre in der Jugendarbeit tätig war. Vielleicht hilft es ja jemandem.

Ich bin Jugendgruppenleiter bei Träger XY. Im privaten Leben habe ich keinen facebook-Account, weil ich deren Datenpolitik gruselig finde. Ich habe schnell gemerkt, dass die Vernetzung mit Jugendlichen im ländlichen Raum nicht nur über Bus, Bahn & Homepages geschehen kann. Zwar haben die meisten Jugendlichen ohnehin einen fb-Account, aber in vielen Jugendgruppen gibt es ein, zwei fb-Verweigerer. Weil ich die natürlich nicht zur fb-Mitgliedschaft „zwingen“ oder auch nur ermutigen will, stehe ich jetzt vor der Frage nach offenen Alternativen oder Ergänzungen. Allerdings hören meine Computerkenntnisse bald hinter dem Verbinden eines Netzlaufwerkes unter Windows auf.

Das ist so lange nicht schlimm, wie alles läuft und nichts schief geht, die normale Administration von Friendica ist recht simpel wenn man einmal durchgestiegen ist. Die Bereitschaft Neues zu lernen muss natürlich da sein.

Wo zum Beispiel „liegen“ Posts und Bilder die über den das Connector-Plugin ihren Weg zu fb finden? Auf dem heimischen friendica-Server oder dann doch bei fb?

Die liegen bei Facebook. Ich erkläre dir kurz die Architektur von der Facebook-Schnittstelle und dem Connector auf der Friendica-Seite. Facebook bietet mit seiner API (Programmierschnittstelle) Facebook-Benutzern die Möglichkeit, über Fremdprogramme auf den eigenen Facebook-Account zuzugreifen. Das bedeutet, dass derjenige, der mit Facebook-Benutzern interagieren will, ebenfalls Facebooknutzer sein muss. Die Abfolge ist also so: Der Friendica-Benutzer postet ein Foto und Text. Dieses wird auf seinem Friendica-Server gespeichert und an Facebook gesendet. Dort wird es wie ein ganz normaler Post behandelt (wie etwa einer, der von einem Smartphone mit der Facebook-App geschickt wurde).

Was passiert mit z.B. Fotos bei fb, wenn der Urheber sie auf dem friendica-Server löscht?

Sie bleiben auf den Facebook-Server bestehen (s.o.).

Welche Tools oder Plugins gibt es bei friendica für Videos, Bilder, Umfragen oder Terminkalender?

Termine können erstellt werden (ob die auch an Facebook weitergereicht werden können, weiß ich nicht). Videos können einfach eingebunden werden (über einen speziellen Videobutton). Bis dahin ist es Standard. Es gibt ein Plugin, das die Termine im iCal-Format ausgibt (das habe ich aber auch noch nicht getestet). Ein Umfrage-Addon gibt es nicht (man könnte mal die Entwickler fragen, das dürfte nicht allzu kompliziert sein. Bis dahin kann man sich mit einem Trick behelfen: Man postet die Frage. Dann erstellt man die möglichen Antworten als jeweils einzelne Antwort. Die Gefragten müssen dann nur die entsprechende Antwort liken. (Auch hier ist wieder die Frage, wie gut das bei Facebook ankommt, das habe ich noch nicht probiert.)

Welche (Hardware- und Know-How-) Voraussetzungen wären für einen eigenen friendica-Server nötig, braucht man dazu Linux-Kenntnisse?

Gute Kenntnisse sind allgemein nicht zu verachten. Solange keine Probleme auftreten, musst du eigentlich nur Webspace und eine MySQL/MariaDB-Datenbank haben und mit Filezilla oder einem andere beliebigen FTP/sFTP-Programm umgehen können. Schneller (Einfacher? Je nach Blickwinkel) geht ein Update allerdings mit ein paar Linuxkenntnissen…

Welche Kosten kämen mit einem eigenen Friendica-Server auf Träger XY zu?

Wenn ihr keinen passenden Webspace (ein paar Mindestvorraussetzungen muss er erfüllen) übrig habt, denke ich, ihr solltet mit mindestens 6€/Monat rechnen. Darunter würde ich für den professionellen Einsatz keinesfalls Webspace anmieten. Eine Domain sollte natürlich auch her (wenn sie cool genug ist, kommen vielleicht ein paar Werbungsgeschädigte Kids von Facebook zurück?!), auch wenn der Betrieb auf einer Subdomain ohne Weiteres möglich ist.

Das Szenario, was ich mir gut vorstellen kann ist folgendes: Der Jugendleiter/die Pastorin/… ist auf Friendica und FB angemeldet und postet von Friendica aus. Die standhaften Facebookverweigerer sind auf Friendica angemeldet und bekommen dort die Infos und die FBler bekommen die Infos gewohnt über ihren Stream.


PS: Alles, was ich schreibe ist ein Schnappschuß von Friendica zu diesem Zeitpunkt (Dezember 2012). Die Entwicklercommunity von Friendica ist sehr aktiv und es ist manchmal schwer bei der Vielzahl neuer Funktionen den Überblick zu behalten. Und wenn mal was klemmt, oder eine Funktion fehlt, zögert nicht bei den Entwicklern nachzufragen!

PPS: Der nächste Artikel zu Friendica wird sich um neue Funktionen und Themes, den Umzug von churchy.de auf einen neuen Server und die SocialApi von Firefox drehen.

Friendica – ein OpenSource-Facebook?

Durch einen eher unscheinbaren Beitrag auf Diaspora von Friendica erfahren. Zuerst dachte ich an eine einfach zu installierende Pod-Distribution von Diaspora, aber es stellte sich als etwas wesentlich Größeres heraus.
Friendica ist ein komplettes Social Network, allerdings mit ein paar Besonderheiten.

  • Es ist kompatibel mit Diaspora (deshalb auch meine Fehleinschätzung)
  • Es gibt Gruppen wie bei Diaspora (oder Kreise in Google+)
  • Es pollt Facebookeinträge direkt in die eigene Timeline
  • Es kann Beiträge auch direkt an E-Mailadressen verschicken (wie Google+), auf Wunsch auch an einen verbundenen Facebook-, Twitter-, Blog- oder Identi.ca-Account
  • Es ist ein komplett dezentrales Netzwerk in dem jeder seine Daten auf einem eigenen Server haben kann und trotzdem mit jedem anderen Benutzer „befreundet“ sein kann
  • Es erlaubt mit einem Benutzernamen mehrere Profile (z.B. ein öffentliches Profil für Jedermann, ein privates Profil, das nur Freunde einsehen können, ein geschäftliches Profil mit Referenzen,…)
  • Es gibt einen „Dislike“-Button
  • Es hat verschiedene Themes

Die Liste lässt sich noch weiter fortführen. Leider kommen zu diesen vielen tollen Features auch einige Kritikpunkte. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich Friendica nicht unter idealen Bedingungen testen kann. Mein Test-Webspace hat weder Cronjobs, noch SSL oder wirklich viel Power unter der Haube.
Der größte Kritikpunkt ist die recht gewöhnungsbedürftige Oberfläche. Im Gegensatz zu Diaspora, Facebook und Google+ sind die Optionen recht zahlreich und nicht immer klar benannt. Der Unterschied zwischen „Netzwerk“ und „Gemeinschaft“ erschließt sich erst nach ein wenig Recherche. Die Menüpunkte unterhalb von „Netzwerk“ sind auf deutsch ebenfalls verwirrend. Nach umschalten der Sprache auf Englisch wird es dann etwas eindeutiger: „Commented Order – Posted Order – Personal – New – Starred – Bookmarks“. Mein Eindruck vom Facebookimport (anderen Content habe ich mangels anderer User gerade nicht) ist gespalten. Es kommt mir so vor, als seien nicht in jeder Ansicht alle Beiträge vorhanden. Die Anzeige an sich ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Einzelne Kommentare ohne Zusammenhang stehen direkt neben „richtigen“ Beiträgen. Was was ist, wird erst bei näherem Hinsehen klar. Der Facebook-Import an sich scheint noch nicht komplett zu sein, denn leere Beitrage in Friendica sind bei Facebook Befreundungen und manchmal Termine (ohne Datum und oben einsortiert, weil in der Zukunft).
Die Usability beim Posten ist leider auch enttäuschend. Keine einfache Gruppenwahl wie bei Diaspora, keine automatische Erkennung von Youtubelinks von Facebook, keine Linkeinbindung mit Vorschaubild von Google+.

Fazit
Ein paar weniger Funktionen und dafür eine bessere Benutzerführung und ein wirklich durchdachtes Design wären wünschenswert gewesen. Mich als potentiellen Admin würde es reizen, mehr Einstellungsmöglichkeiten zu haben (vor allem Dinge ausschalten zu können). Fairerweise muss ich sagen, dass das alles nur ein erster Eindruck ist und ich hoffentlich in den nächsten Wochen Zeit habe, noch tiefer in das System einzutauchen. Anschauen lohnt sich auf jeden Fall. Das Potential ist riesig und die dezentrale Struktur ist wesentlich realisierbarer als bei Diaspora. Wer mit mir weiter testen mag, kann sich gern hier oder per Twitter melden und bekommt dann Zugangsdaten.

Einen anderen Beitrag zum Friendica möchte ich euch nicht vorenthalten (im Übrigen auch auf einem Friendica-Node).

Friendica – drei Monate später wieder hier im Blog.

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