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Trauung mit Skype

Zwischenzeitlich beim AufräumenWas tut man eigentlich, wenn eine Trauung/ Taufe/ Konfirmation ansteht und die Verwandtschaft aus was für welchen Gründen nicht physisch dabei sein kann? Klar, man bittet den Pastor* um eine Onlineübertragung.

Wie einige von euch wissen, war ich die letzten Jahre öfter mal an Experimente mit Gottesdienst und Internet beteiligt. Aus heiterem Himmel traf es mich diesmal – und das in einem völlig unerwarteten Kontext. Im Traugespräch erzählte das Paar, dass ein Teil der erwarteten Gäste nicht in der Kirche sitzen könnten, da sie mehrere hundert Kilometer entfernt lebten und die Reise aus guten Gründen nicht in Frage kam. Und so stellte mir das Brautpaar die Frage, ob wir die Hochzeit nicht per Skype übertragen könnten.

„Klar, können wir“ – war meine erste Reaktion, meine zweite „Mist, wir sind auf dem Dorf und in der Kirche. Wo kriegen wir da eine stabile und schnelle Internetleitung her?“

Problem 1: Die DSL-Leitungen haben, nun ja, auf dem Dorf manchmal so ihre Tücken. Glücklicherweise sind sie mittlerweile recht stabil. Am Wochenende kann es trotzdem schon mal vorkommen, dass die Geschwindigkeit drastisch absackt, weil einfach zu viele Mensch zuviel gleichzeitig über eine dünne Leitung nach Außen tun.

Problem 2: Im hügeligen Südosten von Lippe kann es durchaus vorkommen, dass das UMTS- oder LTE-Netz nicht dahin kommt, wo man es braucht. Unser Gemeindehaus ist leider so ein klassisches Beispiel.

Problem 3: Wir haben eine alte Kirche mit seeeeehr dicken Mauern, was für Funkverbindungen ja generell schlecht ist.

Einen Nachmittag haben wir uns Zeit genommen, eine Lösung zu finden. Eine Wlan-Funkstrecke vom Gemeindehaus in die Kirche schied aus (keine Sichtverbindung und zu große Distanz) und in der Nachbarschaft ab es kein Wlan mit ausreichend starkem Signal. Also mussten wir mit UMTS/LTE arbeiten.

Wir haben und durch alle Netze durchprobiert und schließlich eins gefunden, was uns wenigstens ein Standard-UMTS und manchmal ein HSPA bot. Dabei haben wir mit unseren Handys verschiedene Punkte innerhalb und außerhalb der Kirche abgeklappert und geguckt, wo der Netzempfang ausreichend war (Signalstärke und Internetgeschwindigkeit!). Einen guten Empfangspunkt konnten wir erst gute fünf** Meter vor der Seitentür der Kirche finden. Zu allem Überfluß produzierte der Router, den wir dort aufbauten kein ausreichend starkes Wlan-Signal, um in die Kirche (bzw. an den richtigen Ort in der Kirche) zu senden. Also blieb und nichts anderes übrig als die Verbindung zwischen Router und UMTS-Stick per USB-Verlängerung zu vergrößern.

skizzeSchlußendlich habe ich den Stick in einen Mikrofonständer geklemmt und diesen mit einem Gefrierbeutel gegen Regen gesichert. Dann die fünf Meter USB-Kabel bis zum Router in die Kirche gelegt, und von dort aus das Wlan zum Tablet (wir hätten natürlich auch etwas anderes für die Übertragung nehmen können) gespannt.

Und es hat funktioniert! Abgesehen von einem Verbindungsabbruch in der Trauansprache ist alles wunderbar gelaufen.

Für die Techies: Ich habe in Ermangelung eines LTE-Sticks einen gewöhnlichen UMTS-Stick von ZTE eingesetzt. Bei noch schwierigeren Bedingungen hilft ein Stick, der den Anschluß einer externen Antenne zulässt. Dazu einen zugegeben teueren Router der Marke Dovado (Vorteil: Zwei USB-Anschlüsse für Sticks und damit Redundanz, falls ein Stick ausfällt). Dieser Router hat sich glücklicherweise auch selbst neue Einstellungen gesucht, als wir kurzfristig umdisponieren mussten. Dazu haben wir ein Samsung-Tablet mit der Skype-App verwendet, die sich leider etwas anstellte, was die Kamera-Auswahl anging.

Ausblick: Das nächste Mal setze ich einen Ehrenamtlichen neben das Skype-Gerät, der bei einem Verbinungsabbruch schnell eingreifen kann. Zusätzlich würde ich das Gerät außerSichtweise stellen (zumindest das Bild mit den angerufenen aus dem Blickfeld nehmen), damit das Brautpaar nicht abgelenkt wird. Denkbar ist auch eine Trennung von Kamera und Gerät, wie etwa mit Webcam, Verlängerungskabel und einem Laptop.

* bzw. den Vikar 😉

**Fünf Meter sind bei USB die magische Länge, darüber hinaus braucht man in den meisten Fällen eine aktive Verlängerung mit Signalverstärkung.

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Die digitale „schwarze Mappe“

Heute habe ich es endlich geschafft (und mich getraut) mein Tablet im Gottesdienst einzusetzen. Ich habe schon vor einiger Zeit von Pastoren gehört, die ihren Kindle einsetzen (und mittlerweile ihr Tablet) und habe vorletzten Monat eine Anfrage bekommen, ob man sich denn mit einem Tablet die Ausdruckerei der Gebete und der Predigt sparen kann. Nach der heutigen Erfahrung kann ich sagen: Ja.

Für den Notfall hatte ich heute im Gottesdienst alles auch noch mal in Papierform in der klassischen schwarzen Ledermappe. Tatsächlich eignet sich die wesentlich besser, wenn es um Übersichtlichkeit geht. Mal eben die Reihenfolge der Lieder für den Organisten raussuchen ist mit dem Tablet umständlicher oder erfordert Disziplin beim Formatieren.

Predigt auf dem Tablet

Unspektakulär: Predigt auf weißem Grund

Konkret habe ich mein Archos 80 G9 in einer (Kunst)Lederhülle dabei gehabt. Die verräterischen Löcher auf der Rückseite für die Kühlung und den UMTs-Stick habe ich mit kleinen Lederstückchen kaschiert. Die Texte kamen per OwnCloud in PDF-Form auf das Tablet. Hier habe ich ein bisschen mit dem Format spielen müssen, bis keine Ränder mehr zu sehen waren. Dazu den PDF-Reader Laban (den ich nach der Installation seltsamerweise nicht wiedergefunden habe). Die Anforderung war die Vollbildanzeige, werbefrei und möglichst wenig Ballast, insofern ist fast jeder schlanke PDF-Reader geeignet. LabanPDF finde ich auch deshalb gut, weil ich nicht unbedingt zum Seitenwechseln wischen muss, sondern auch ein Tip auf die entsprechende Bildhälfte ausreicht.

Die Vorbereitung in der Kirche (Einschalten, Display-Timeout auf „nie ausschalten“, Wlan aus, Benachrichtigungen aus, Display-Helligkeit an den Raum anpassen) liefen zügig und alles lief wunderbar. Ich warte noch auf Reaktionen der Gemeinde, ob das Tablet gestört hat; an der Kirchentür hat sich zumindest niemand beschwert. 😉

Einen Nachteil hat das Ding (trifft vielleicht nur auf <8″-Geräte zu), ich habe in der von mir bevorzugten Schriftgröße kein Glaubensbekenntnis/Fürbittengebet/… auf eine Seite bekommen und musste zwischendrin tippen. In meiner normalen Din A5-Mappe kann ich immerhin zwei Seiten nebeneinander haben und kann den Text entsprechend schieben.

Nach dieser Erfahrung, werde ich vermutlich in Zukunft weniger Papier und Toner verbrauchen. 🙂

Lernen, lernen, lernen

AnkiDroid 2

AnkiDroid 2 – Übersicht über die Stapel

Ich persönlich mag ja meine guten alten Papier-Lernkarten. Sie haben mich durch das Hebraicum, das Graecum und sogar durch die Zwischenprüfung gebracht. Am liebsten mag ich sie in ganz klein (ich glaube das ist A8), weil sie so leicht zu transportieren sind. Mittlerweile habe ich jedoch durch mein Archos Tablet etwa A5 große Lernkarten, aber das macht nichts, denn das Tablet, habe ich eh immer zum Lesen mit dabei. Besser noch, einige clevere Apps errechnen sogar, wann eine Karte wiederholt werden muss, um damit sie optimal gelernt wird. Eins dieser Apps möchte ich euch heute vorstellen: AnkidDroid.

AnkiDroid hat den großen Vorteil, dass man nicht nur unter Android arbeiten (Karten erstellen und lernen) kann, dass sondern seine Daten beliebig mit seinem Desktop-PC/MAC und sogar seien iOS-Gerät synchronisieren kann (das gilt sowohl für die Karten selbst, als auch für den aktuellen Lernstand). Für alle gängigen Betriebssysteme gibt es Programme und auch für die Browserfreunde (oder diejenigen, die immer unterwegs sind) ist gesorgt. Vor allem diese Plattformunabhängigkeit und die problemlose Unterstützung von hebräischen Zeichen haben mich dazu bewogen AnkiDroid den anderen Apps vorzuziehen.

AnkiDroid 2 Lernkarte

Die offene Ansicht einer Lernkarte die schon oft nicht gewusst wurde. Hier gibt es nur noch die Auswahl „Gut“ und „Nochmal“…

Anki 2

Weil ich testfreudig bin und weil ich gerne etwas hübsches benutze, habe ich mich für die Version 2 von AnkiDroid entscheiden, die sich noch im Betastadium befindet. Das merkt man hin und wieder an einem nicht enden wollenden Startbildschirm oder an Problemen mit griechischen Schriftzeichen (mit Spiritus und Akzent). Ansonsten macht das chlichte, aber schicke Design, das auch an Tablets angepasst ist, einfach Spass. Ein weiterer Vorteil der gesamten Anki 2 Familie ist die SSL-Verschlüsselung der Onlineversion. So geht auch beim syncen in ungesicherten Wlans kein Passwort verloren. Wer ebenfalls mutig genug ist, sich an die Beta-Software heran zu wagen, kann sie sich hier herunterladen und mit der entsprechenden Einstellung (unter Android 4.0 „Einstellungen“ -> „Sicherheit“ ->“Installation von Nicht-Market-Apps zulassen“) installieren. Sie wird von internen „Paketmanager“ als Update der Version 1.x erkannt, und ersetzt die alte Version entsprechend. Wenn alles geklappt hat, verwandelt sich der blaue Stern im Icon in einen roten. Bevor man nun AnkiDroid2 startet, sollte man auf Nummer sicher gehen und die Lernkarten online umwandeln (denn die Onlineversion von Anki 2 ist kein Beta mehr). Wegen der Änderung der Datenspeicherung muss natürlich auch die Desktop-Installation ein Update auf Version 2 bekommen. In den Ubuntu 12.04-Quellen ist noch Version 1.x vertreten, es wir aber auf der Anki-Homepage ein (stabiles!) Debian-Paket zur Verfügung gestellt. Die Konvertierung der Lernkarten verlief selbst bei komplexen Karten ohne Probleme und die anschließende Synchronisation (sprich der Download auf das Tablet) verlief ohne Auffälligkeiten.

AnkiDroid 2 Lernkarte beim Bearbeiten

Hier die (sehr komplexe) Lernkarte im Bearbeiten-Modus. Normal gibt es hier genau zwei Felder: Vorderseite und Rückseite 🙂

Lernen mit Stil

Jetzt kann es also ans Lernen gehen, vorrausgesetzt, man hat schon online oder auf dem Desktop Datensätze angelegt. Wenn nicht, ist das auch kein Problem. Entweder erstellt man sie selbst, oder man hat Glück und findet passende Karten im Onlineverzeichnis. Ein solcher Glückfall war für mich ein Set zu einem Kirchengeschichtsrepititorium und natürlich Vokabelkarten für Griechisch und Hebräisch.

Die Karten kann man direkt auf dem Tablet anpassen. So konnte ich bei den Hebräisch-Englisch-Karten einige mit der deutschen Übersetzung versehen. Wie viele Karten an einem Tag gelernt und wiederholt werden sollen, legt man in sogenannten Konfigurationssets fest. Momentan kann man diese nicht in AnkiDroid2 erstellen, aber diese Funktion ist wohl in Vorbereitung. Jedem Kartenstapel teilt man ein Konfigurationsset zu. Die Funktion mag für Menschen, die viele Stapel mit unterschiedlichen Lernpensen gleichzeitig bearbeiten Sinn machen, ich finde sie unnötig für mein momentanes Einsatzgebiet. Beim Lernen kann man bewerten, wie schwer die Karte war. Entsprechend der Antwort wird die Karte zu einem späteren Zeitpinkt wiederholt. Es gibt auch Einstellungen für sogenannte Lernbremsen, also Karten, die man ein paar mal hintereinander nicht gelernt hat. Der Nacht-Modus und ein Widget mit den heute zu lernenden Karten und dem erwarteten Zeitaufwand runden die Funktionsvielfalt ab. Eine sehr praktische, leider noch nicht benutzbare, Funktion sicht direkt aus den Lernkarten heraus ein Wort in Onlinewörterbüchern.

AnkiDroid 2 Zentrierung

Die Zentrierung kann manchmal nerven.

Der Gestaltungsmöglichkeit der Lernkarten sind zwar Grenzen gesetzt, allerdings kann man recht anschauliche Exemplare erstellen, wenn man ein wenig html beherrscht. Listen mit Nummern und Bullets beispielsweise beherrscht Anki im Schlaf. Leider zeigt sich hier ein gewisser Hang zu einer zentrierten Ausrichtung, den ich noch nicht ändern konnte. Eine tolle Funktion wäre es,  eine generelle Ausrichtung pro Stapel festlegen zu können. Ansonsten bin ich rundum zufrieden mit diesem OpenSource-Tool, ich habe selten so viel und intensiv gelernt (ok, das mag jetzt auch an der Examensvorbereitung liegen).

iAnnotatePDF – der Name ist Programm

Markierter Text unter Android

So kann/soll es aussehen! 😉

Eine Methode Texte zu erfassen ist das Makieren der wichtigsten Stellen. Dass das nicht nur auf Papier geht, ist ein Glücksfall für mich und ein Grund, warum ich bereit war, mich auf das Experiment Tablet und Studium einzulassen.

Im Android Market (bzw. Google Play) gibt es leider weniger Auswahl an passenden Apps, als ich mir das gewünscht hätte. Mir war besonders wichtig, dass ich einfach und schnell (wie mit einem Textmarker) die gelesenen Texte markieren kann, ohne mich in irgendwelchen Untermenüs zu verirren. Dazu wäre eine Funktion für Anmerkungen schön, gerne per Tastatur, wenn es nicht anders geht auch handschriftlich. Bei einem Tablet mit stiftfreundlichem Display wäre wohl eine handschriftliche Kommentarfunktion wichtiger.

Ein kostenloser Vertreter, die ich in dem Wust von PDF-Apps gefunden habe, ist iAnnotatePDF von der Firma Branchfire. Wie der Name schon sagt, ist die App nicht auf das Verwalten von Büchern und deren Darstellung spezialisiert, sondern auf das Markieren und Kommentieren. Man hat zwar die Option, seine PDFs in einen Extra „iA-Ordner“ zu packen und so direkter darauf zugreifen zu können, aber eine ausgefeilte, wie sie von eBook-Apps bekannt ist, sucht man hier vergebens. Die braucht man meiner Meinung aber auch nicht, denn die „Recent PDFs“-Übersicht und die Möglichkeite jedes PSD im Dateimanager mit iA zu öffenen, reicht für den Alltag völlig aus.

linke Seitenleiste iA

Übersicht über die Markierungen und Anmerkungen

Die Farben für die Markierfunktion (sowie für die Zeichenfunktion und die Kommentare) sind frei wählbar, sodass man auch innerhalb eines Dokuments etwa verschiedene Standpunkte oder Bearbeitungsstufen hervorheben kann. Auch Unterstreichungen und Durchstreichungen sind in verschiedenen Farben möglich. Bei ausgeklappter Werkzeugleiste (rechte Seite) reicht eine Berührung des Textmarkersymbols aus, um in den Markiermodus zu kommen. Über das erscheinende Dialogfeld am oberen rechten Rand können falsche Markierungen direkt rückgängig gemacht werden (hier ist iA wesentlich schneller zu bedienen als etwa der Adobe Reader). In der Werkzeugleiste findet man darüber hinaus noch einen Antiscrollbutton, der das Dokument (zumindest relativ) ruhig hält und einige andere hilfreiche Funktionen. Auch die linke Seitenleiste hat es in sich. Hier befindet sich nicht nur die aus dem Adobe Reader bekannte Übersicht über die Seiten und Kapitel, sondern auch eine Suche (die auf meinem Arhos Tablet, wer weiß warum, nicht richtig angezeigt wird und deshalb nicht bedienbar ist) und eine Übersicht über alle Markierungen, Unter- und Durchstreichungen und Kommentare. Der jeweils markierte Text wird mit Farbe und benutztem Werkzeug angezeigt (siehe Bild).

Die Reiterfunktion, und damit die Möglichkeit schnell zwischen zwei (bis vier) Dokumenten hin und her springen zu können runden die Funktionsvielfalt ab und liefern damit (wenn ich es nicht bei den anderen Apps übersehen habe) ein Alleinstellungsmerkmal.

iA in Action

iA in Action

Leider ist die Suchfunktion nicht der einzige Grund zur Kritik. Die Oberfläche reagiert teilweise recht Träge, besonders beim Schließen von Tabs und beim Wechsel vom  Bearbeitenmodus zurück in den Lese/Scrollmodus. Wenn es ganz schlimm wird, hilft zwar ein kurzer Druck auf den Homebutton und ein erneuter Aufruf von iA, was aber auf Dauer echt nervig ist. So träge, dass man zu solchen Extremmaßnahmen greifen muss ist iA allerdings nur selten, ich konnte leider noch kein Muster für die Unterschiede in der Performance erkennen.  Ein wichtiger Kritikpunkt (den ich in einer der Market-Bewertungen gefunden habe und reproduzieren konnte) ist jedoch weit schlimmer für bestimmte Anwendungsfälle: Nach der Bearbeitung von iA lassen sich Dokumente von einigen Desktop-PDF-Programmen nicht mehr öffnen.

Trotz dieser Macken (und der im Gegensatz zur gleichnamigen iOS-App „fehlenden“ Funktionen) ist iA für meine Zwecke ein gutes Hilfsmittel. Ob es sich allerdings mit diesen Einschränkungen auf Dauer gegen den Platzhirsch Adobe Reader behaupten kann, bleibt abzuwarten und hängt von den nächsten (hoffentlich bald veröffentlichten) Updates ab.

Mein Examensbegleiter

Dass Studierende in der Examensvorbereitung vor allem kopieren, lesen und lernen, ist wohl nicht wirklich etwas neues. Da es für mich jetzt langsam aufs Examen zugeht, stand ich vor einer Frage, die sich im Fach Theologie vermutlich nur die wenigsten stellen: Soll ich viel Geld in tausende Kopien, Lernkarten und Zettelkästen stecken, oder das gleiche Geld in ein Tablet anlegen und das ganze digital versuchen? Wer mich kennt, kann es ahnen – ich habe mich für letzteres entschieden und lasse ich damit auf ein Experiment ein. Ich mache mich nicht nur abhängig von Soft- und Hardware, sondern begebe ich mich auch in eine wunderbare Welt mit Suchfunktion.

Ich habe mich für das recht erschwingliche Archos 80 G9 entschieden (mit dem ich schon lange geliebäugelt habe), das mit seinem 4:3-Display Din A5 fast in Originalgröße darstellen kann. Darüber hinaus verfügt es über USB-Anschluss an dem auch USB-Sticks arbeiten, einen zügigen Zweikern-Prozessor und (für die Pausen) über einen Mini-HDMI-Anschluß. Darüber hinaus lässt sich mittels eines speziellen UMTS-Sticks auch mobiles Internet auf das Tablet bringen. Diese Option bleibt für mich erst einmal ungenutzt, der Hauptzweck meines G9s soll ja die Lernerei und Leserei sein. Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass Archos seine Geräte nicht hermetisch abriegelt und es in Zukunft durchaus vorkommen kann, dass auf meinem G9 nicht mehr (nur) Android laufen wird. Danke Archos für eure wenigstens halbwegs offene Hardware!

Archos 80 G9

Das Archos 80 G9 mit dem Biblical Hebrew Vocabulary

Schon vor dem Bestellen galt es zu überprüfen, ob sich überhaupt geeignete Apps in den App-Stores finden ließen. Ganze drei Vokabeltrainer zum Hebräisch lernen wurden angeboten, diverse Lernkarten-Apps und zahlreiche PDF-Betrachter warten noch auf den Tauglichkeitstest.

Meinen Lieblings-Vokabeltrainer für Hebräisch habe ich schon gefunden: Biblical Hebrew Vocabulary bietet zwei Vokabelkarteien zur Auswahl, von denen eine die 600 häufigsten Wörter im Alten Testament zum Lernen anbietet. Darüber hinaus kann man nicht gewusste Vokabeln zu einer sogenannten Review-Liste hinzufügen. Leider bietet die App nicht die zahlreichen Möglichkeiten „normaler“ Lernkarten-Apps (verschiedene Lernstufen, neue Karteien anlegen, etc.) und bietet bei den Formen der einzelnen Vokabeln manche Überraschung, aber ich habe mich trotzdem in die Einfachheit der Darstellung verliebt. Ohne Schnickschnack bleibt halt mehr Hirnschmalz für die Vokabel. 😉

Meine Bedenken gegen das Lesen auf dem Bildschirm zerstreuten sich schnell. Natürlich ist es etwas anderes, als ein Buch in der Hand zu haben, aber gegen einen Stapel kopierte Seiten kommt das Tablet alle mal an. Die matte Displayschutzfolie ist sicher nicht ganz unschuldig daran. Was ich zum Lesen (und Textmarkern) für eine App benutze, könnt ihr beim nächsten Mal lesen.

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